Selbständig erfolgreiche Frauen in NÖ

Tagung mit LHStv. Prokop und LR Votruba

St.Pölten (NLK) - "Obwohl wir in Niederösterreich schon seit Jahren Initiativen zur Frauenförderung einsetzen, ist dieSituation leider immer noch so, daß es Frauen am Arbeitsmarkt besonders schwer haben", sagte Landeshauptmannstellvertreter Liese Prokop
bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Tagung "Frauen selbständig erfolg-reich" am Mittwoch in St.Pölten. Anlaß dieser ersten Tagung in NÖ zum Thema "Frau und Selbständigkeit" überhaupt war der Abschluß der beiden EU-geförderten Projekte "Minerva" und "Unternimm was", mit denen laut Prokop zwei wichtige Effekte
erzielt werden konnten: "Zum einen die Förderung von Eigeninitiative und Selbsthilfe und zum anderen ein Abbau von Arbeitslosigkeit durch Schaffung neuer Arbeitsplätze".

Landesrat Traude Votruba betonte, daß in Frauenfragen bereits sehr viel geschehen sei, daß etwa im Bereich der Ausbildung keine Unterschiede mehr bestehen, danach aber sehr wohl auf Grund von Vorurteilen, wie auch der Europäische Gerichtshof fest-gestellt habe, keine Chancengleichheit bestünde. "Zukunft ist, was wir daraus ma-chen", so Votruba weiter. Die beiden Programme, die vom Frauenreferat der NÖ Lan-desregierung gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice NÖ und der ÖSB-Unternehmensberatung entwickelt wurden, hätten entscheidend dazu beigetragen, Frauen den Weg in
die Selbständigkeit zu erleichtern, ein Weg, der geschlechtsunabhängig und bundesweit viel zu selten gegangen wird, liegt doch Österreich bei der Zahl der Neugründung von Unternehmen an vorletzter Stelle in Europa.

Mit Gründerinnentagen, Workshops, individuellen Beratungen und einem betreuen-den Coaching ist es gelungen, daß 37 von 124
Frauen, die sich in den Ziel 2 und 5b-Gebieten Wr. Neustadt, Neunkirchen, Zwettl, Berndorf und Mistelbach durch "Unternimm was" und in den Ziel 3-Gebieten St. Pölten und Baden durch "Minerva" beraten ließen, auch tatsächlich Unternehmungen gründeten, was einer Umsetzung von fast 30 Prozent entspricht. Insgesamt haben
sich seit Initiierung des Gründungs-programms des AMS NÖ seit 1996 über 700 Kund/innen beraten lassen, neben den speziellen Frauenprogrammen auch im Rahmen des Gründungsprogrammes der NÖ Wirtschaftskammer (304 Beratene, 83 Gründungen) sowie des Pilotprojektes JOB-Creation der Fa. Mentor (275 Anfragen, 32 Absolvent/innen, 14 Gründungen).

"Unternimm was" und "Minerva" als Programme der Hilfe zur Selbsthilfe haben damit gezeigt, daß sie der Mentalität von Frauen puncto Können, Selbstvertrauen, Kommu-nikationsfähigkeit, Leistungsbedürfnis, Intuition und Organisationstalent sehr entge-genkommen.

Angesichts dieses Erfolges und angesichts des Paradoxons am Arbeitsmarkt, daß sich zwar die Zahl der beschäftigten Frauen in NÖ um mehr als 4.600 gesteigert hat, gleichzeitig aber auch ein Zuwachs vorgemerkter arbeitsloser Frauen um 5 Prozent (+ 932 Vorgemerkte) zu verzeichnen ist, was im Gegensatz zu allen anderen NÖ Ar-beitsmarktdaten deutlich über dem Österreichschnitt liegt, gaben beide Regierungs-mitglieder bekannt, daß die Programme auch 1998 fortgesetzt werden. Für eine Kombination aus Vorklärungsphasen durch die Wirtschaftskammer, ÖSB-Beratungen, WIFI-Qualifizierungen und speziellen Seminaren in den Ziel 2 und 5b-Gebieten wer-den Land, AMS NÖ und Europäischer Sozialfonds 3 Millionen Schilling zur Verfügung stellen, was bei 300 zu erwartenden Kundinnen einer Effizienz von 30.000 Schilling pro Gründung entspricht.

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