Steyr-Verkauf - Exklusiv Interview mit Frank Stronach: Magna besteht auf gültigen Vertrag mit der CA

Vorausmeldung zu News Nr. 12/98 vom 19.3.1998 - Vertrag mit Chrysler sieht auch CA-Haftungen vor

Wien (OTS) - In der morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins News nimmt Magna-Chef Frank Stronach erstmals Stellung zur Diskussion um den Verkauf von Steyr-Daimler-Puch. In dem Interview mit News betont Stronach, daß der Vertrag mit der CA rechtsgültig sei und nicht einseitig aufgelöst werden könne: "Wir haben einen Vertrag, der für beide Seiten verpflichtend ist. Ein Vertrag, aus dem Magna und auch die CA nicht mehr ohne gravierenden Grund herauskönne. Es sei denn, es tauchen noch unvorhergesehene Sachen wie Bilanzfälschungen bei Steyr oder unbekannte Umweltrisken auf. Aber innerhalb des bereits getroffenen Rahmens kann sich Magna nicht zurückziehen und die CA auch nicht."

Zur Frage ob er sein Angebot für Steyr erhöhen werde meint Stronach: "Grundsätzlich haben wir das nicht vor. Es kann höchstens sein, daß wir noch ein bißchen dazugeben, wenn sich herausstellt, daß das Jahr 1997 weit besser gelaufen ist, als aus den uns vorgelegenen Daten ersichtlich war. Unser Angebot ist fair, außerdem müssen wir Steyr nicht unbedingt haben. Magna bekommt immer genügend Aufträge von den Kunden, aber wenn Steyr nicht genügend Aufträge von den Kunden bekommt, kann man es zusperren."

Beim Verkauf von Steyr, so Stronach weiter, muß auch berücksichtigt werden, daß Magna auch die Arbeitsplätze in Steyr am besten erhalten werde: "Ich habe in Österreich schon zig Milliarden investiert, und ich habe auf der ganzen Welt bewiesen, daß Magna Arbeitsplätze erhält und erweitert. Das muß doch etwas zählen."

Außerdem, so Stronach, "habe ich bereits eine mündliche Zusage von Chrysler, die schriftliche sollte bis Donnerstag einlangen." Andere Interessenten würden die Zusage "sicher nicht so leicht bekommen".

Zwetl: Der Chrysler-Vertrag

News veröffentlicht auch Details des Vertrages zwischen Chrysler und CA im Faksimile. Demnach darf die Creditanstalt ohne "schriftliche Zustimmung" von Chrysler nicht mehr als 49% am SDP-Konzern abgeben oder die Gesellschafterstruktur der SDP-Fahrzeugtechnik verändern.

Außerdem enthält der Vertrag eine Garantie der CA über die weitere wirtschaftliche Führung des Voyager-Werks in Graz. Demnach wird die CA schadenersatzpflichtig, wenn ein Steyr-Käufer in wirtschaftliche Probleme gerät oder wichtige Investitionsentscheidungen in Graz verhindert. News zitiert CA-Sprecher Reidlinger: "Ein Steyr-Verkauf setzt die totale Zustimmung Chryslers voraus."

Auch die anderen Bieter sind, so News, weiter interessiert. Der Repräsentant der GSM-Gruppe, Philip Schoeller, bestätigt in News, auf die ursprünglich geforderte 12-Wochen-Frist ebenso zu verzichten wie auf eine Prüfungsgebühr. Schoeller in News: "Wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen nur eine Show abzuziehen." Der Chef der oberösterreichischen Raiffeisenlandesbank, Ludwig Scharinger, präzisiert ebenfalls das Interesse, gemeinsam mit Hannes Androsch ein Steyr-Offert zu legen. Scharinger: "Unser Ziel ist ein Konsortium."

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