Österreichs Exporte nach Osteuropa 1997 wieder kräftig gewachsen

Exporte um 29,2 Prozent, Importe um 19,2 Prozent zugelegt - Seit 1990 investierten 16.000 heimische Firmen in die MOEL

PWK - Die österreichischen Wirtschaftsbeziehungen zu den Ländern in Mittel- und Osteuropa (MOEL) haben sich 1997 weiter intensiviert. "Besonders erfreulich ist die Zunahme des Anteils der Ostexporte am österreichischen Gesamtexport von 15,4 auf 17,5 Prozent", berichtete Günther Graf, Stv. Leiter der WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation, beim Pressegespräch im Rahmen der derzeit stattfindenden Außenhandelstagung "Mittel- und Osteuropa" im Haus der Wirtschaft. Österreich hat damit weiterhin den höchsten Osthandels-Anteil aller westeuropäischen Staaten. Der Importanteil der MOEL in Österreich stieg im Vorjahr von 10 auf 11 Prozent an. ****

Österreichs Exporte verzeichneten 1997 in praktisch allen Reformstaaten, zum Teil sehr beachtliche Zuwächse. So konnten beispielsweise die Lieferungen nach Ungarn - dem wichtigsten österreichische Exportland nach Deutschland und Italien - um 41,7 Prozent auf 34,5 Mrd Schilling gesteigert werden. In die Tschechische Republik stiegen die Ausfuhren um 15,5 Prozent auf 20,5 Mrd Schilling, nach Slowenien um 28,9 Prozent auf 12,7 Mrd Schilling, nach Polen um 25,9 Prozent auf 11,4 Mrd Schilling, nach Kroatien um 56,3 Prozent auf 9,6 Mrd Schilling, in die Slowakei um 21 Prozent auf 9,4 Mrd Schilling und nach Rußland um 14,9 Prozent auf 9,1 Mrd Schilling.

"Insgesamt nahmen die heimischen Exporte nach Mittel- und Osteuropa 1997 um 29,2 Prozent zu und betrugen demnach 121,7 Mrd Schilling. Weltweit konnte Österreichs Wirtschaft ihre Ausfuhren im Vorjahr um 13,6 Prozent ankurbeln. Eine beachtliche Zahl, die allerdings von den Ost-Exporten um mehr als das Doppelte überflügelt wurde", machte Graf auf die kräftige Ankurbelung der Geschäfte mit dieser wirtschaftlich dynamisch wachsenden und daher nach wie vor sehr potentiellen Region aufmerksam.

Für 1998 wird den Wirtschaften in Mittel- und Osteuropa mit Ausnahme Rußlands die weltweit höchsten durchschnittlichen Wachstumsraten von 4 bis 5 Prozent vorausgesagt. Vor allem die Perspektive der EU-Mitgliedschaft und die boomenden Auslandsinvestitionen treiben die Reformen in allen Bereichen voran. Österreich steht dabei unter den Auslandsinvestoren ungebrochen an vorderster Front, berichtete Graf: "Rund 16.000 Firmen tätigten seit 1990 Direktinvestitionen in den MOEL, die für den Ausbau des Marktes wesentlich sind und eine Garantie für den Grundwarenaustausch darstellen". Entgegen kommt dieser Entwicklung, daß die österreichische Wirtschaft, wie auch die der östlichen Nachbarn, klein- und mittelbetrieblich strukturiert ist.

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