VOTRUBA : OPTIMALE FÖRDERUNG AUCH FÜR ARBEITNEHMERKINDER

LHStv. Höger und LR Votruba für volle Chancengleichheit der Frauen

St. Pölten (SPI) Mit einer Beschäftigungsinitiative in den Kindergärten und Kinderkrippen könnten nicht nur zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch das Betreuungsproblem gelöst werden. Das Land soll den Gemeinden
analog zur Kindergartenregelung auch für die Nachmittagsstunden Kindergärtnerinnen zur Verfügung stellen, um auch am Nachmittag qualifizierte Betreuung zu ermöglichen. Gleiches gilt für die Kinderkrippen sowie die privaten Initiativen, denen eine gleichwertige Förderung zusteht, erneuerte Landesrätin Traude Votruba ihre Forderung nach einer Beschäftigungsinitiative im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit landeshauptmannstv. Ernst Höger, in deren Mittelpunkt die Verbesserung der Rahmenbedingungen für arbeitende Frauen im Interesse einer wirklichen Chancengleichheit standen. "Je jünger die Kinder sind und je länger sie betreut werden müssen, desto wichtiger ist die Qualifikation der Betreuerinnen, wie auch die jüngste Enquete ‘Kinder-Qualität-Betreuung’ in Leopoldsdorf bestätigt hat. Und auch Arbeitnehmerinnen haben das Recht, daß ihre Kinder optimal gefördert und nicht nur gegen Entgelt beaufsichtigt werden", stellte Votruba klar.

Mit den Tagesmüttern allein ist weder das Auslangen zu finden noch bieten sie jene hohe Qualifikation im Betreuungsbereich, die von vielen Eltern bevorzugt wird. "Manche Eltern ziehen die persönlichere Betreuungsform durch die Tagesmutter vor, andere lehnen diese gerade wegen der Gefahr einer möglichen Entfremdung des Kindes ab. Es ist das Recht der Eltern zu entscheiden, wir müssen diese Entscheidung ermöglichen und die entsprechende Wahlmöglichkeit anbieten", unterstrich die Landesrätin, die neuerlich eine volle sozial- und pensionsrechtliche Absicherung
der Tagesmütter, die Herstellung einer wirklichen Betreuungssicherheit, eines einheitlichen Ausbildungsniveaus und
die Schaffung eines entsprechenden Berufsbildes forderte. "Der überwiegende Großteil der Tagesmütter leistet eine sehr wertvolle und wichtige Arbeit, trotzdem liegen diese Regelungen sowohl im Interesse der Kinder, als auch der Eltern und Tagesmütter selbst", stellte sie klar.

Die zunehmende Entwicklung hin zu Teilzeitarbeitsplätzen und geringfügigen Beschäftigungen geht vor allem zu Lasten der Frauen - nicht nur was das geringe Lohnniveau und die minimale bis nichtvorhande Pensionsvorsorge und soziale Absicherung betrifft, sondern auch hinsichtlich der Arbeitszeiten. "Immer mehr Frauen müssen an den Tagesrandstunden arbeiten, wo es keine Kinderbetreuungseinrichtungen mehr gibt und kaum öffentliche Verkehrsverbindungen in den ländlichen Regionen. All dies führt entweder zu ungeheuren Belastungen bei immer weniger Einkommen
oder gar zum Verlust des Arbeitsplatzes. Hier müssen wir mit
voller Unterstützung von ÖGB und AK gegensteuern", hob die Landesrätin hervor.

Diese negativen Auswirkungen setzen sich bis ins Alter fort,
wo begründet in den geringen Beiträgen und kurzen oder nicht vorhandenen Versicherungszeiten eine neue Armut droht, die das Sozial- und Pensionssystem der Zukunft belasten wird, warnte die Landesrätin. "Während der Großteil der Teilzeitarbeiterinnen und geringfügig beschäftigten Frauen einen Vollzeitarbeitplatz wünscht, sucht, aber nicht findet, würden sehr viele Frauen im Interesse der Kinder gerne teilzeitarbeiten. Diese Diskrepanz erwächst aus dem diametralen Unterschied der Erwartungen und der Realität in der Arbeitswelt", erinnerte Votruba. Denn Teilzeitarbeitsplätze in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden dienen der Familie sicher nicht - ebensowenig wie die drohende Sonntagsöffnung im Handelsbereich. "An das soziale Gewissen der Wirtschaft zu appellieren, wird dabei zu wenig sein. Wir brauchen gesetzliche Bestimmungen und Modelle für teilzeitarbeitende Mütter, die Garantie, daß diese im Anschluß wieder Vollzeitarbeitsplätze bekommen und eine tragfähige sozialpartnerschaftliche Einigung. Ein entsprechendes Weißbuch der Familienministerin als Diskussionsgrundlage ist derzeit in Ausarbeitung und soll im Anschluß gemeinsam mit ÖGB und AK umgesetzt werden", betonte die Landesrätin.

Wir brauchen im Interesse der Chancengleichheit also auch
eine höhere Arbeitsplatzsicherheit für Frauen und existenzsichernde Einkommen. "Denn sonst ist den Frauen eine der wesentlichsten Grundlagen eines selbstbestimmten Lebens - ob innerhalb oder außerhalb einer Partnerschaft - genommen : Die Möglichkeit, auf eigenen Füßen zu stehen", schloß Votruba. (Schluß)nk/ns

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