Infrastrukturwirtschaft muß Umwelttechnik ablöse

Kapfenberg (OTS) - Für den Fachhochschulstandort Kapfenberg in der Steiermark wurde nun die Gründung des Studiengangs "Infrastrukturwirtschaft" genehmigt. Er wird Technik- mit Wirtschafts- Ausbildung verbinden und will mit seinem einzigartigen Angebot Studenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anziehen. Damit soll nach der Vorstellung des Initiators Dr. Michael Bobik auch das Selbstverständnis von "Umwelttechnikindustrie" zu einer "Infrastruktur-Dienstleistungsindustrie" wechseln.

Die Umweltschutzindustrie ist großteils Mitte der achtziger Jahre entstanden. Schon der große für das Wirtschaftsministerium 1995 erstellte Branchenbericht hatte jedoch bereits Probleme mit der klaren Identifizierung einer "Umwelttechnikindustrie", weil sie als Querschnittsmaterie beinahe alle Wirtschaftsbereiche berührt. Von vielen Firmen war zuletzt die Branchen-Zuordnung hauptsächlich zur Imageförderung gebraucht worden. Der Bildung von erfolgsfördernden Unternehmensclustern stand entgegen, daß Lieferanten komplexer Abgasreinigungssysteme etwa mit Monteuren von Sonnenkollektoren keinerlei Gemeinsamkeiten oder Synergiepotentiale haben. Die Zeit ist reif geworden, "umwelt"-technische Anlagenteile als selbstverständlichen Teil anderer Produktionsprozesse zu sehen. Schließlich handelt es sich nicht um eine eigene technische Disziplin. Ein bedarfsbezogener Blickwinkel wäre marktgerechter:
Umwelttechnische Investitionen sind, direkt oder indirekt, Teil der langfristigen Dienstleistung von Kommunen an ihre Bürger. Aus der Sicht dieser Kunden ist eine ganz heitliche Problemlösung gefragt, dazu gehört z.B. im Falle der Wasserversorgung alles von der Quellenfassung bis zur Wasserreinigungsanlage. Großstädte wie Wien sind dieser Erkenntnismit der Initiierung eines Entwicklungsschwerpunktes "Stadttechnologien" bereits nachgekommen. Die vielen mittleren bis kleineren Städte brauchen daneben oft andere Lösungen, die mit der in unserem Land geduldeten Zersiedelung zurechtkommen. Kundenbezogene Problemlöser brauchen aber andere Qualifikationen als Spartenspezialisten. Der Forschungs- und Bildungsschwerpunkt "Infrastrukturwirtschaft" wird sich mit dieser Thematik befassen. Er umfaßt Anlagenbauwissen in den Sparten Wasser-, Strom-, Fernwärmeversorgung genauso wie städtischen Verkehr und lokale Telekommunikation. Aber auch Öffentlichkeitsarbeit, Investitionsfinanzierung und betriebswirtschaftliche Führung solcher Unternehmen. Der Studienbetrieb beginnt Ende September 1998, Forschung soll in Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen schnell zielgerichtet aufgebaut werden.

Rückfragen & Kontakt:

Fachhochschul-Studiengang Industriewirtschaft
Dr. Michael Bobik
Tel: 03862/33600/100
e-Mail: m.bobik@technikum.joanneum.ac.at

Technikum Joanneum GMBH

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS