Patientendaten vor Datenjägern geschützt WIEDERHOLUNG OTS0187

Sozialversicherung plant keine Auswertung von Patientendaten

Wien (OTS) - Mit Versicherungsdaten wird in Österreich streng vertraulich umgegangen. Im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger sind Daten zu Verwaltungszwecken vorhanden, wobei ganz bewußt keine personenbezogenen medizinischen Daten gespeichert werden. äEine Auswertung solcher Daten kann daher nicht stattfinden und ist auch für die Zukunft auszuschließen", dementiert der Präsident des Hauptverbandes, Hans Sallmutter, dementsprechende Andeutungen in der heutigen Ausgabe des Kurier. ****

äDer von Gerald Reischl verfaßte Artikel basiert auf einem Gespräch, dessen Inhalt offensichtlich bewußt falsch ausgelegt wurde", ärgert sich Sallmutter. Auf patientenbezogene Daten hat allein die Sozialversicherung Zugriff. äDaß der Sozialversicherung unterstellt wird, den Medikamentenverbrauch prüfen zu wollen ist absurd", so Sallmutter. Die Daten würden auch nicht zentral im Hauptverband gespeichert, sondern sind nur für den jeweiligen Versicherungsträger einsehbar. Das angeführte Beispiel eines Politikers, dem im Wahlkampf seine äMedikamentenkarriere" aufgetischt wurde stammt aus Amerika und wurde von der Sozialversicherung als Beispiel dafür ins Spiel gebracht, was in Österreich mit vertraulichen Daten gerade eben nicht passieren kann.

In diesem Zusammenhang von änoch nicht ausgestandenen Angriffen" zu sprechen, sei schlichte Panikmache und ziele auf eine höhere Auflage, aber nicht auf Information der Bevölkerung ab, so Sallmutter. Auch die Behauptung, daß die Sozialversicherung die statistische Erfassung und Auswertung von Operationen, Arzt- und Spitalsbehandlungen plane ist falsch, und wird rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen", bekräftigt Sallmutter. äDer Sozialversicherung ist es gar nicht möglich, durch Abfragen festzustellen, in welchem Spital wieviele Patienten sterben oder wie oft Operationen eines bestimmten Chirurgen erfolgreich verlaufen", erklärt Sallmutter.

Auch der Vorwurf, Parteien hätten Zugriff auf die Daten der Versicherten, sei schlicht falsch. Der SPÖ-Klub kann, wie jeder andere Staatsbürger auch, eine Rechtsdatenbank einsehen, die jedoch keine Versichertendaten enthält. äZu den Daten der Versicherten hat keine politische Gruppierung Zugang", versichert Sallmutter.

So sei auch die Behauptung, mit der geplanten Chipkarte würden Daten verknüpft, irreführend. Genau das Gegenteil ist der Fall. Neben einer Verwaltungsvereinfachung ist die Chipkarte ein weiterer Schritt zur Sicherung sensibler Daten. Das Abrufen vertraulicher Daten sei dem Arzt aber nur möglich, wenn der Patient das wünscht. Den Schlüssel zu den eigenen Gesundheitsdaten - in Form einer Berechtigungskarte -besitzt der Patient selbst.

äDie Sozialversicherung bietet Schutz für acht Millionen Menschen in diesem Land und setzt sich entschieden gegen eine Verunsicherung der Menschen ein. Ich verurteile diese Art von Journalismus, die Horrorszenarien zeichnet, um den Menschen Angst zu machen", betont Sallmutter. In Österreich gebe es keine Klassenmedizin und die Sozialversicherung stünde mit aller Kraft dafür ein, die Daten der Versicherten vor unsachgemäßer Verwendung zu schützen.

Rückfragen: Hauptverband der öst. Sozialversicherungsträger
Mag. Andrea Rogy, Tel.: 71132-1123

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