Mehr als die Hälfte der Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit KfV fordert: Endlich Punkteführerschein ernsthaft diskutieren

Wien (OTS) - Das KfV fordert erneut die rasche Einführung des Punkteführerscheins, um notorischen Schnellfahrern einen Riegel vorzuschieben sowie die Aufhebung der Toleranzgrenzen bei Tempolimits. Denn nicht angepaßte Geschwindigkeit war, wie leider fast immer, auch in der Woche vom 9. Bis 15. März 1998 die Unfallursache Nr. 1 auf Österreichs Straßen. Bei 8 von 12 Unfällen war Rasen der Unfallgrund, u.a. resultierten je ein tödlicher Unfall aus einer Vorrangverletzung und aus einem Überholmanöver.

Damit stellt sich einmal mehr heraus, daß die überwiegende Mehrzahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich durch Disziplinlosigkeit und mangelndes Verantwortungsbewußtsein der Pkw-Lenker verursacht werden, so ein Sprecher des Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Zur Erinnerung : Rund 100.000 KfV-Geschwindigkeitsmessungen pro Jahr belegen: In Tempo-30-Zonen im Ortsgebiet sind 78% der Kraftfahrzeuglenker schneller als 30 km/h unterwegs. Auch bei einer Toleranzgrenze von 20% - d. h. bei 36 km/h - liegen noch immer 50% der Fahrer über dem Limit. Tempo 50 im Ortsgebiet wird von zwei Drittel aller Fahrzeuglenker ignoriert, und über 70 km/h-Beschränkungen im Ortsgebiet setzen sich noch immer 38% der Fahrer hinweg.

Auf Freilandstraßen wird das generelle 100 km/h-Limit von 23% der Fahrer nicht eingehalten. Auch auf den Autobahnen geben 23% trotz der 130 km/h-Beschränkung mehr Gas als erlaubt.

Die Einführung der 0,5-Promille-Grenze stand am Beginn eines guten Weges zu mehr Sicherheit auf den Straßen, jetzt fehlen aber noch zusätzliche Maßnahmen zur Bewußtseinsbildung sowie der Punkteführerschein und höhere Strafen für Nichtangeschnallte, um die positive Tendenz in der Unfallbilanz zu verstärken.

Drei der in der Vorwoche tödlich verunglückten Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet, ein Mopedlenker trug keinen Sturzhelm.

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