Gentech-Mais: Hasardspiel mit der Gesundheit Greenpeace präsentiert neue Studie zu Gesundheitsrisiken durch kommerziellen Anbau von Gentech-Mais

Hamburg/Wien (OTS) - Werden Pflanzen gentechnisch gegen
Antibiotika immun gemacht und großflächig angebaut, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sich die Antibiotikaresistenz auf Keime von Mensch und Tier überträgt. Gefährliche Krankheitserreger könnten dann mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr bekämpft werden. Zu diesem Schluß kommt eine Studie, die das Öko-Institut Freiburg im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Bevor in Frankreich in wenigen Wochen mit der großflächigen Aussaat von Gentech-Mais begonnen wird, fordert Greenpeace europaweit ein Verbot für den Anbau und den Import der gegen Insektenfraß, Herbizide und Antibiotika resistenten Maissorten von Novartis.

"Was in Frankreich angebaut wird, landet europaweit in Futter- und Lebensmitteln und setzt die Verbraucher einem vollkommen überflüssigen Gesundheitsrisiko aus", sagte Mag. Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin von Greenpeace Österreich. "Wegen der zunehmenden Antibiotikaresistenzen bei Krankheitserregern wird in der Tiermast auf Antibiotika verzichtet. Es ist völlig absurd, wenn nun statt Antibiotika Antibiotikaresistenzen verfüttert werden."

Wegen der Antibiotikaresistenz haben sich schon mehrere EU-Mitgliedsstaaten gegen den Novartis-Mais ausgesprochen, darunter auch das eher gentechnik-freundliche England. In Norwegen sind alle gentechnisch veränderten Pflanzen mit Antibiotikaresistenzen verboten. Österreich und Luxemburg haben ein Importverbot für den Novartis-Mais verhängt. Auch die bundesdeutsche 'Zentrale Kommission für Biologische Sicherheit' empfiehlt einen Verzicht auf Gene, die Resistenzen gegen therapeutisch bedeutende Antibiotika bewirken.

Die Studie des Öko-Instituts untermauert die Greenpeace-Forderung nach einem Verbot. Alle bisherigen Forschungsergebnisse zeigen, daß mit einer Aufnahme der Antibiotika-Resistenzgene in Darmbakterien von Tier und Mensch gerechnet werden muß. Der Novartis-Mais trägt ein Resistenzgen gegen das in der Humanmedizin häufig verwendete Antibiotikum Ampicillin sowie gegen weitere Penicillintyp-Antibiotika. Sie werden u.a. bei Lungenentzündung, Gehirnhautentzündung, Angina, Scharlach oder Diphterie verordnet. Gehen die künstlich eingeführten Gene im Darm aus den Maiszellen auf die Krankheitserreger über, dann können Ampicillin und Penicillintyp-Antibiotika nicht mehr wirksam zur Krankheitsbekämpfung eingesetzt werden.

"Der Pharma-Multi Novartis setzt einen gefährlichen Resistenz-Wettlauf in Gang. Durch massenhafte Verbreitung von Resistenz-Genen werden erst wichtige Medikamente unwirksam gemacht, um dann mit der Entwicklung neuer Antibiotika weiter Geld zu scheffeln. Dieses Hasardspiel mit der menschlichen Gesundheit muß gestoppt werden", forderte Fromwald.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Barbara Weber, Dr. Claudia Eckelkamp,
Öko-Institut Freiburg,
Tel.: 0049-761-452950

Titel der Studie: "Antiobiotikaresistenzgene in transgenen Pflanzen"
Internet-Info dazu: http://www.greenpeace.de

Greenpeace Österreich
Mag. Susanne Fromwald,
Tel.: 01-7130031-24
Bettina Tasser,
Tel.: 01-7130031-29 oder 0664-2407075

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