AK deckt auf: Mißstände bei Erdäpfeln im Handel

Sortenchaos, Qualitätsmängel, falsche Kennzeichnung

Wien (OTS) - Die Konsumentenschützer der AK haben in vier Bundesländern Kartoffeln gekauft und untersucht. Knapp 60 Prozent der Proben waren nicht in Ordnung. Die Mängel: Falsche Kennzeichnung, durcheinandergeratene Sortenangaben sowie Qualitätsmängel (Wurmbefall, Schwarzfleckigkeit, etc). Außerdem wurde festgestellt, daß die Netze, in denen Erdäpfel oft eingepackt sind, extrem hohe Schwermetallwerte enthalten.****

In Wien, Salzburg, Kärnten und Oberösterreich haben die AK-Tester insgesamt 151 Proben eingekauft - in Supermärkten, Geschäften und auf Märkten. Die Stichproben wurden auf Kennzeichnung, Qualitätsklassen sowie Sortenechtheit und -reinheit hin
untersucht.

Das unschöne Ergebnis: 90 Proben - also knapp 60 Prozent - mußten wegen mangelhafter Kennzeichnung und/oder Sortenverfälschung oder schlechter Qualität beanstandet werden. Falsche oder mangelhafte Kennzeichnung war besonders auf Märkten an der Tagesordnung. Teilweise wurden auch verschiedene Erdäpfelsorten vermischt unter einer Bezeichnung angeboten: "Wer meint, ein Kilo speckige
Erdäpfel erstanden zu haben, dem kann es schon passieren, daß er ein Gemisch aus bis zu drei verschiedenen Sorten im Topf hat - und der Erdäpfelsalat zum Matsch wird", so die AK Konsumentenschützer.

Bei mehr als 15 Prozent der Proben stimmte die Qualität überhaupt nicht: Drahtwurmfraßlöcher, Schwarzfleckigkeit und Trockenfäule machten wenig Appetit auf Erdäpfelsalat. Sechs Prozent der Kartoffeln waren so stark beeinträchtigt, daß sie eigentlich gar nicht im Handel hätten sein dürfen.

Auf den Märkten gab es knapp 85 Prozent Beanstandungen insgesamt, 44 Prozent Sortenverfälschungen und 74 Prozent falsch oder unvollständig gekennzeichnete Proben wurden gefunden.

Aber auch in Geschäften und Supermärkten hatte etwa immerhin knapp ein Fünftel der insgesamt 73 Proben mindere Qualität, und 8 Prozent der Erdäpfel aus Geschäften und Supermärkten waren zB wegen Drahtwurmfraßlöchern, Schwarzfleckigkeit, Trockenfäule, zu langer Keime oder starker Grünfärbung überhaupt nicht handelsfähig (Märkte: nur 3,8 Prozent).

Erstaunlich und ärgerlich war auch das Ergebnis der Schwermetalluntersuchung an Kartoffelnetzen. In genau 50 Prozent
der untersuchten Netze wurden extrem hohe Blei- und Chromwerte gemessen. Offenbar wurden die Netze mit giftigem Bleichromat eingefärbt. Zwar besteht keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung, doch wird der neue Schwermetallgrenzwert für Verpackungen, der am 30. Juni in Kraft tritt, um bis das fünfundzwanzigfache überschritten.

Zusammenfassend stellen die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer fest, daß es um die Erdäpfel-Kennzeichnungsmoral im Handel schlecht bestellt ist. Handel und Hersteller sind aufgefordert, bessere Qualität anzubieten, die Kennzeichnung genauer zu
handhaben und ungiftige Farben für die Verpackung zu verwenden.

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