Mobilkom präzisiert Standpunkt zu 1800er Frequenzen

Motor Mobilkommunikation - 1800er Frequenzen sind unumgänglich

Wien (OTS) - Die MOBILKOM AUSTRIA AG geht davon aus, daß bis Ende 1998 mehr als 1,8 Millionen Österreicher mit einem Handy telefonieren werden. Das bedeutet einen Zuwachs von 650.000 Neukunden. Die MOBILKOM rechnet in diesem Jahr allein im A1-Netz mit einem Anstieg von 760.000 Kunden (inklusive Roamer) auf 1,2 Millionen Kunden bis zum Jahresende 1998.

Dieser Kundenzuwachs erfordert aus technischer und wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus eine Zuteilung von zusätzlichen Frequenzen im 1800er Frequenzband. Vor allem in Stadtgebieten stößt die Dichte des Makro- und Mikronetzes auf physikalische Grenzen. Der Ausbau ist inzwischen so weit vorangeschritten, daß das A1-Netz der MOBILKOM in Wien heute das dichteste Mikronetz Europas darstellt. In der Bundeshauptstadt werden heuer mehr als 7.000 Kunden pro Quadratkilometer ein A1-Mobiltelefon benützen, Ende 1997 waren es 3.900 Kunden. Die Verhinderung einer Zuteilung von 1800er Frequenzen stellt einen beträchtlichen Wettbewerbs-nachteil gegenüber den anderenNetzbetreibern dar, da max.mobil und Connect Austria über ausreichend freie Kapazitäten verfügen werden.

Falsche Markteinschätzung

Die für heuer prognostizierten 1,8 Millionen Handykunden entsprechen einer Penetration von 23,7 Prozent. In einer Studie von Lehman Brothers im vergangenen Oktober wurde dieser Penetrationswert erst für das Jahr 2000 veranschlagt. Noch Anfang 1997 ging die Mobilkom Austria AG davon aus, daß im Jahr 2000 eine Million Kunden im A1-Netz telefonieren würden. Diese Kundenzahl im A1-Netz wird aber schon heuer im Herbst erreicht werden.

Zum Zeitpunkt der Formulierung des TKG 97 hat niemand mit einem derartigen Handyboom gerechnet. Im §125 des TKG 97 wurde festgelegt, daß bestehenden Konzessionsinhabern bei Bedarf zusätzliche Frequenzen zugewiesen werden können, allerdings erst drei Jahre nach Erteilung einer Lizenz im 1800er Frequenzbereich. Gleichzeitig wird festgehalten, daß vor diesem Zeitpunkt bestehenden Konzessionsinhabern 1800er Frequenzen erteilt werden können, wenn "deren Teilnehmerkapazität unter Ausnützung allerwirtschaftlich vertretbarer technischer möglicher Möglichkeiten ausgeschöpft"ist. Dieser Gesetzestext stellt den Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Frequenzzuteilung dar

Connect Austria beansprucht Monopol im 1800 MHz Bereich -Argumente sind nicht stichhaltig und widersprüchlich

Auch die Connect Austria hat die Marktentwicklung in Österreich unterschätzt und eine falsche Einschätzung über den Zeitpunkt der Zuteilung von zusätzlichen Frequenzen an die MOBILKOM AUSTRIA AG im 1800er Bereich getroffen. Seit August vergangenen Jahres versucht die Connect Austria mit wider-sprüchlichen Argumenten die Diskussion um Frequenzen und Kapazitäten zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Für jede Zielgruppe eine andere Botschaft

Für potentielle Kunden hat die Connect Austria bis vor kurzem in ihrer Homepage auf den Stau in den 900 GSM-Netzen hingewiesen und ihr zukünftiges Netz im 1800er Bereich als die bessere Alternative dargestellt. Dort, wo sich die Connect Austria Vorteile erhofft, weist sie auf den Frequenzmangel der MOBILKOM AUSTRIA AG hin. Um die Entwicklung der beiden anderen GSM-Betreiber zu bremsen, wird gegenüber den Behörden und Medien anders argumentiert.

Studien

Im August 1997 wurde einigen Medien eine sogenannte Studie zugespielt, in der behauptet wurde, daß jeder GSM-Betreiber in seinem GSM 900-Netzmit 39 Frequenzen 6,25 Millionen Teilnehmer versorgen kann. Dieser Wert ist rein hypothetisch, weil erstens das Telefonaufkommen nicht über ganz Österreich gleich verteilt ist, und zweitens die Topographie unseres Landes außer acht blieb.

Jenes Unternehmen, das diese unrealistischen Hochrechnungen anstellte, hat dann auch mehrmals darauf hingewiesen, daß diese Berechnungen auf die Situation der Mobilkom Austria AG nicht anwendbar sind. Auch die gestern von der Connect Austria präsentierte Zusammenfassung einer Studie weist eine Vielzahl von Mängeln auf.

Oberflächliche und unzulässige Vergleiche

Die Vermischung des analogen mit dem digitalen Netz ist unzulässig. Es handelt sich dabei um zwei getrennte Konzessionen, eine Umschichtung der Frequenzen durch die MOBILKOM ist rechtlich nicht erlaubt. 3 MHz im analogen Frequenzband müssen Ende 1999 zurückgegeben werden. Die Connect Austria behauptet, daß EU-weit kein Netzbetreiber mehr Ressourcen hätte als die MOBILKOM AUSTRIA. Diese Behauptung istfalsch. Zum Beispiel verfügen alle Eigentümer der Connect Austria - Telenor, Tele Danmark und Orange - sowie die Connect selbst über mehrFrequenzen als die MOBILKOM AUSTRIA

Die Connect Austria behauptet weiter, daß es bei A1 zu keiner Überlastung im Netz kommen werde und untermauert diese Behauptung mit fragmentarischen Beispielen wie: "In Helsinki gibt es doppelt so viele Kunden pro Quadratkilometer im Handy-Netz, in Kopenhagen sind es um 40 Prozent mehr".

So wie in den anderen großen Beispielländern wird jedoch nicht aufdie Dichte Rücksicht genommen. Zum Beispiel haben Helsinki und Kopenhagen weniger Einwohner als Wien und daher auch eine geringere Dichte.

Die Berechnung der Dichte ist der einzige Maßstab für die exakte Bewertung der Kapazitätsgrenze.

Nicht erwähnt werden die neun Länder Europas, in denen Netzbetreiber bereits 1800er Frequenzen bekommen haben. In Finnland erhielt etwa der GSM 900-Betreiber, die Telekom Finland, zu den 11,4 MHz im 900 Frequenzband im vergangenen Jahr zusätzlich 7,2 MHz im 1800 Frequenzband. Telekom Finland hatte im Oktober 1997 ca. 900.000 Kunden. Eine Kundenzahl, die die Mobilkom Austria in Kürze im A1-Netz haben wird.

Ein Vergleich mit Norwegen wurde von der Connect Austria bisher verschwiegen. Dort bekamen nämlich die beiden GSM-Betreiber Telenor Mobil (Gesellschafter bei der Connect Austria) und Netkom zu ihren 8 MHz im 900 Frequenzband zusätzliche 10 MHz im 1800 Frequenzbandzugewiesen, um ihren Stau im existierenden GSM-Band abzubauen Am 1. Oktober 1997 telefonierten im Netz der Telenor Mobil 750.000 Kunden, in etwa soviel wie im A1-Netz Ende 1997.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: MOBILKOM AUSTRIA AG Ing. Martin Bredl, Pressesprecher, Tel: (1) 331 61-27 00

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