Kindersicherung: Tastendruck macht Weg in die virtuelle Welt der Erwachsenen frei

Regensburg (ots) - Zum Stichwort "Sex" liefern Suchdienste im Internet rund fünf Millionen - meist nicht jugendfreie - Seiten. Regensburger Wirtschaftsinformatiker haben jetzt eine weltweit neuartige Kindersicherung entwickelt, die Minderjährigen den Weg in die virtuelle Welt der Erwachsenen versperrt. Der Benutzer muß über eine kurze Tipp-Probe sein Alter "digital" ausweisen und bleibt dennoch anonym. Das Programm "PSYLOCK" wird auf der weltgrößten Fachmesse CeBIT vom 19. bis 25. März 1998 in Hannover vorgestellt (Halle 6, Stand 20A).

Internet-Anbieter sind nach dem Informations- und Kommunikationsdienstegesetz (IuKDG) verpflichtet, jugendgefährdende Inhalte auch tatsächlich nur volljährigen Personen zugänglich zu machen. Die Abfrage nach der Zugangsberechtigung birgt nach Ansicht von Prof. Dr. Dieter Bartmann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II an der Universität Regensburg noch ein sehr hohes "Restrisiko". Paßwörter seien in der privaten Sphäre nur schwer geheimzuhalten.

Ein Mißbrauch werde mit dem biometrischen Paßwortschutz "PSYLOCK" dagegen nahezu ausgeschlossen. "Wenn der aktuelle Fingeranschlag nicht mit dem hinterlegten Muster übereinstimmt, wird der Minderjährige abgewiesen."

Virtuelle Notariate sollen nach den Anforderungen der Gesetzgeber künftig die Rolle von Paßämtern übernehmen. Dort sind nach den Vorstellungen der Informatiker die eindeutig zuweisbaren Unterschriften in Verbindung mit dem "elektronischen Fingerprint" gespeichert. Stellt der Benutzer seinen "Paßantrag" auf ein Erwachsenen- Zertifikat, liefert er eine kurze Tipp-Probe als Muster mit.

Das auf Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) basierende Authentisierungsverfahren erhebt nach Angaben der Entwickler biometrische Merkmale, die selbst dem Benutzer nicht bekannt sind und weder nachahmbar noch weiterzugeben sind. Bartmann: "Aus Schreibrhythmus, Fingerfertigkeit und Fehlerhäufigkeit ergeben sich stabile, typische Merkmale wie das Aussehen eines Menschen." Bisher gängige "Kinderfilter" bieten nach Ansicht des Wirtschaftsinformatikers nur unzureichenden Schutz.

ots Originaltext: Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II, Universität

Regensburg
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