Ägypten-Ausstellung auf Schloß Schallaburg

Bedeutungswandel des Begriffes Kopten

St.Pölten (NLK) - Der Begriff "Kopten" entstammt der gleichen Wortwurzel wie "Ägypten", und im Laufe der Jahrtausende machte dieser ethnische Begriff einen starken Bedeutungswandel durch:
Diese und andere Erkenntnisse kann man bei der Ausstellung
"Ägypten - Spätantike und Christentum am Nil" gewinnen, die vom 25. April bis 26. Oktober 1998 auf Schloß Schallaburg gezeigt
wird. Es ist dies eine Ausstellung, die durch die derzeitige Schließung des Museums für Spätantike und byzantische Kunst in Berlin möglich wurde. Dessen Schätze wurden während des Umbaues, ergänzt durch Leihgaben aus rund 40 Museen und Privatsammlungen, auf die Reise geschickt. Die letzte Station war München, doch für die Schallaburg wird die Schau noch größer, informativer und um einige Leihgaben stärker sein, wie die wissenschaftliche Leiterin, Dr. Sylvia Schoske, Direktorin der staatlichen Sammlung
ägyptischer Kunst in München, versichert.

Als Kopten bezeichnete man zu jener Zeit, als die Griechen im Mittelmeerraum das Sagen hatten und auch zur Zeit des römischen Reiches, dem Ägypten als Provinz angehörte, die eigentlichen Ureinwohner des Landes, also die Ägypter. Im ersten nachchristlichen Jahrtausend, und darum geht es in der Ausstellung auf der Schallaburg, waren die Kopten eher jene, die den christlichen Glauben angenommen hatten. Denn bereits im ersten Jahrhundert entstanden in Ägypten christliche Gemeinschaften, während parallel dazu die Kulte altägyptischer Gottheiten, allen voran Isis und Serapis, in Europa eine wichtige Rolle spielten. Viele Elemente altägyptischer Kultur wurden in die neue Religion übernommen, auch in der christlichen Bildsprache finden sich Elemente aus der altägyptischer Kunst. Die Ausstellung befaßt sich zunächst mit dem Erbe der Pharaonenzeit und der Tradition der griechisch-römischen Kultur. Ein weiteres Thema ist Grab- und Totenkult, dokumentiert mit Reliefs- und Architekturteilen aus Gräbern und Mausoleen. Gezeigt werden ägyptische Papyri, Totenbücher und das Balsamierungsritual. Ein eigener Bereich ist Funden aus dem christlichen Nubien vorbehalten. Ein wichtiger Beitrag Ägyptens zur Kirche ist das Mönchtum, das dort seinen Ursprung hat. Eindrucksvoll sind auch Textilobjekte aus koptischer Zeit, Kleider, liturgische Gewänder und Behänge. Höhepunkt der Ausstellung ist die Kirche und ihre Ausstattung. Davor sind als "Kirchenschatz" kostbare Objekte wie Codices, Kultgeräte, Wandbehänge und Schnitzarbeiten gruppiert. Diese bedeutende archäologische Schau steht in einer langen Tradition internationaler Präsentationen auf der Schallaburg.

Auch für diese Ausstellung wurde wiederum ein museumspädagogisches Konzept erarbeitet: Eine Pyramide wird im Hof des Schlosses als Startpunkt der Kinderbetreuung aufgebaut. Die ägyptische Botschaft kündigte an, auf der Schallaburg Handwerker, die auf altägyptischen Traditionen fußen, bei der Arbeit zu zeigen.

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