22 Mrd Schilling warten 1998/99 noch im EU-Fördertopf MEDA

Förderungsprogramm für die Mittelmeer-Anrainerstaaten von österreichischen Firmen noch kaum genutzt

PWK - Die EU-Förderprogramme PHARE und TACIS genießen unter Österreichs Firmen bereits einen hohen Bekanntheitsgrad. Daß die EU aber nicht nur für Projekte in Mittel- und Osteuropa, sondern auch im Süden Fördermittel zur Verfügung stellt, scheint bei den heimischen Unternehmen noch nicht ganz durchgedrungen zu sein. "Dabei handelt es sich bei MEDA, dem EU-Förderungsprogramm für die Mittelmeer-Anrainerstaaten, um einen sehr vielfältigen und finanziell gut ausgestatteten Fördertopf", erklärte Leopold Birstinger, WKÖ-Länderreferent, am Donnerstag, dem 12. März, bei einem Informations-Seminar über das MEDA-Programm im Haus der Wirtschaft. ****

Für die Fünfjahres-Periode von 1995 bis 1999 verfügt MEDA über ein Fördervolumen von etwa 48 Mrd Schilling. Da in den ersten beiden Jahren aber kaum Mittel vergeben wurden, hat die Europäische Kommission für 1998 und 1999 je 11 Mrd Schilling vorgesehen, weiß Birstinger. Nun gilt es dieses Förderungsprogramm unter den Unternehmern in Österreich, dessen Stützungszahlung für MEDA etwa 1,3 Mrd Schilling beträgt, möglichst weitläufig bekannt zu machen.

Das Programm umfaßt die zwölf Mittelmeer-Anrainerstaaten außerhalb der EU: Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Israel, Cisjordanien und den Ghaza-Streifen, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei sowie die beiden Inseln Malta und Zypern. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Strukturen und Entwicklungsstände dieser Länder umfaßt MEDA eine sehr breite Palette an Förderbereichen. Diese reichen von Umweltschutz, Ausbildung, Energie über Infrastrukturausbau, Industrieansiedelung, Finanz- und Budgetstützungen bis hin zu gezielter KMU-Förderung. "Ein sehr wesentlicher Teil der geförderten Hilfsmaßnahmen ist im Consultingbereich angesiedelt, aber auch reine Lieferungen verschiedenster Art und Unterstützung am Bausektor spielen eine Rolle", berichtete Birstinger.

Erklärtes Ziel der EU ist es, mit MEDA das Verhältnis der EU zu den südlichen Anrainerstaaten zu verbessern und auszubauen. Österreichische Unternehmen erhalten so verstärkt die Chance, neue Märkte und Marktnischen in den unterschiedlichsten Sektoren zu erschließen. Bis zum Jahr 2010 soll eine Freihandelszone zwischen der EU und den geförderten Staaten geschaffen werden, wobei das Hauptproblem darin liegt, die 12 Länder auf ein ungefähr gleiches wirtschaftliches Niveau zu heben und untereinander zu einer Freihandelszone zu vereinen.

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Dr. Leopold Birstinger

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