- 11.03.1998, 13:12:33
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Borg-Warner-Konzern als fünfter Steyr-Interessent Vorausmeldung zu NEWS Nr. 11
- GSM bietet 30prozentigen Paketaufschlag auf Steyr-Aktien - CA-Präsident Randa: Aufsichtsratsverschiebung war "sehr persönliche Entscheidung entgegen dem dem Rat all meiner Berater"
Wien (OTS) - Im Poker um den Verkauf der Aktienmehrheit an der
Steyr-Daimler-Puch Gruppe ist ein weiterer potenter Interessent auf
den Plan getreten, berichtet das Nachrichtenmagazin News in seiner
morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe. Laut News hat der
amerikanische Autozulieferkonzern Borg-Warner Automitive bereits
vergangenen Montag - noch vor der CA-Aufsichtsratssitzung am Dienstag
in der eine Verlängerung der Verhandlungsfrist für
Steyr-Übernahmeinteressenten bis 24. März beschlossen wurde - sein
Interesse an Steyr beim CA-Vorstand deponiert.
Die in Chicago ansässige Borg-Warner-Gruppe beschäftigt laut News
9.900 Mitarbeiter und setzte zuletzt umgerechnet 15 Milliarden
Schilling um. Der börsennotierte Konzernist unter anderem auf die
Getriebeherstellung für die drei großen US-Autokonzerne
spezialisiert.
Mit dem offiziellen Auftritt der Borg-Warner-Gruppe hat sich die
Zahl der Übernahmeinteressenten für den Steyr-Konzern laut News auf
fünf erhöht. Außer der
* Magna-Gruppe Frank Stronachs wollen sich auch
* ein Bieterkonsortium aus den beiden ehemaligen
Unternehmensberatern Phillip Schoeller und Christoph Bulfon (GSM),
* der Industrielle und Ex-Finanzminister Hannes Androsch
* der Schweizer Toyota-Importeur und Bundesratsabgeordnete Emil
Frey um Steyr bemühen.
GSM-Miteigentümer Phillip Schoeller sagt in einem News-Interview,
der von seiner Gruppe mit rund 5,2 Milliarden Schilling angegebene
Richtpreis für ein Steyr-Offert beruhe auf Usancen eines
"professionellen Bieterverfahrens". Schoeller gegenüber News: "Als
wir uns den Kaufpreis überlegten, lag der Steyr-Börsekurs bei 370
Schilling. Bei einem professionellen Bieterverfahren für den
Steyr-Verkauf würde ein Paketzuschlag von etwa 30 Prozent berechnet
werden". Das GSM-Offert für Steyr würde daher bis zu 630 Schilling je
Steyr-Aktie ausmachen. Außerdem weist Schoeller in News-Interview
darauf hin, "daß auch die Bank Austria beim Erwerb der Creditanstalt
einen Paketzuschlag von rund 30 Prozent geleistet hat".
Weiters sagte Schoeller gegenüber News: "Wir wollen den gesamten
Steyr-Konzern mit allen Teilen übernehmen, und wir würden nichts
davon weiterverkaufen, auch nicht die Panzerschmiede. Wir haben für
alle Bereiche klare strategische Pläne". Auch Mitarbeiter und
Vorstand der Steyr-Gruppe würde GSM am Konzern beteiligen.
CA-Präsident und Bank Austria Generaldirektor Gerhard Randa sagte
gegenüber News, daß die Verlängerung der Steyr-Angebotsfrist nicht
zwingend bedeutet, "daß der Konzern jedenfalls auch am 24. März
verkauft wird". CA-Generaldirektor Hampel habe vom CA-Aufsichtsrat
lediglich den Auftrag erhalten, bis dahin mit allen Interessenten
Gespräche zu führen. Randa betont gegenüber News, der Entschluß die
Steyr-Verkaufsentscheidung im CA-Aufsichtsrat aufzuschieben, sei sein
"kurzfristiger, sehr persönlicher Entschluß" gewesen und "entgegen
dem Rat all meiner Berater erfolgt". Randa: "Ich wollte weder die
Bank noch ihre Organe dem Vorwurf aussetzen, beim Verkauf von Steyr
sei irgend etwas schief gelaufen".
Rückfragehinweis: NEWS Chefredaktion
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