Borg-Warner-Konzern als fünfter Steyr-Interessent Vorausmeldung zu NEWS Nr. 11

- GSM bietet 30prozentigen Paketaufschlag auf Steyr-Aktien - CA-Präsident Randa: Aufsichtsratsverschiebung war "sehr persönliche Entscheidung entgegen dem dem Rat all meiner Berater"

Wien (OTS) - Im Poker um den Verkauf der Aktienmehrheit an der Steyr-Daimler-Puch Gruppe ist ein weiterer potenter Interessent auf den Plan getreten, berichtet das Nachrichtenmagazin News in seiner morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe. Laut News hat der amerikanische Autozulieferkonzern Borg-Warner Automitive bereits vergangenen Montag - noch vor der CA-Aufsichtsratssitzung am Dienstag in der eine Verlängerung der Verhandlungsfrist für Steyr-Übernahmeinteressenten bis 24. März beschlossen wurde - sein Interesse an Steyr beim CA-Vorstand deponiert.

Die in Chicago ansässige Borg-Warner-Gruppe beschäftigt laut News 9.900 Mitarbeiter und setzte zuletzt umgerechnet 15 Milliarden Schilling um. Der börsennotierte Konzernist unter anderem auf die Getriebeherstellung für die drei großen US-Autokonzerne spezialisiert.

Mit dem offiziellen Auftritt der Borg-Warner-Gruppe hat sich die Zahl der Übernahmeinteressenten für den Steyr-Konzern laut News auf fünf erhöht. Außer der

  • Magna-Gruppe Frank Stronachs wollen sich auch
  • ein Bieterkonsortium aus den beiden ehemaligen Unternehmensberatern Phillip Schoeller und Christoph Bulfon (GSM),
  • der Industrielle und Ex-Finanzminister Hannes Androsch
  • der Schweizer Toyota-Importeur und Bundesratsabgeordnete Emil Frey um Steyr bemühen.

GSM-Miteigentümer Phillip Schoeller sagt in einem News-Interview, der von seiner Gruppe mit rund 5,2 Milliarden Schilling angegebene Richtpreis für ein Steyr-Offert beruhe auf Usancen eines "professionellen Bieterverfahrens". Schoeller gegenüber News: "Als wir uns den Kaufpreis überlegten, lag der Steyr-Börsekurs bei 370 Schilling. Bei einem professionellen Bieterverfahren für den Steyr-Verkauf würde ein Paketzuschlag von etwa 30 Prozent berechnet werden". Das GSM-Offert für Steyr würde daher bis zu 630 Schilling je Steyr-Aktie ausmachen. Außerdem weist Schoeller in News-Interview darauf hin, "daß auch die Bank Austria beim Erwerb der Creditanstalt einen Paketzuschlag von rund 30 Prozent geleistet hat".

Weiters sagte Schoeller gegenüber News: "Wir wollen den gesamten Steyr-Konzern mit allen Teilen übernehmen, und wir würden nichts davon weiterverkaufen, auch nicht die Panzerschmiede. Wir haben für alle Bereiche klare strategische Pläne". Auch Mitarbeiter und Vorstand der Steyr-Gruppe würde GSM am Konzern beteiligen.

CA-Präsident und Bank Austria Generaldirektor Gerhard Randa sagte gegenüber News, daß die Verlängerung der Steyr-Angebotsfrist nicht zwingend bedeutet, "daß der Konzern jedenfalls auch am 24. März verkauft wird". CA-Generaldirektor Hampel habe vom CA-Aufsichtsrat lediglich den Auftrag erhalten, bis dahin mit allen Interessenten Gespräche zu führen. Randa betont gegenüber News, der Entschluß die Steyr-Verkaufsentscheidung im CA-Aufsichtsrat aufzuschieben, sei sein "kurzfristiger, sehr persönlicher Entschluß" gewesen und "entgegen dem Rat all meiner Berater erfolgt". Randa: "Ich wollte weder die Bank noch ihre Organe dem Vorwurf aussetzen, beim Verkauf von Steyr sei irgend etwas schief gelaufen".

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