Nagel fordert Stellvertreter - "Dann bleibe ich bis 2000"

Salzburger Kuratoriumssitzung am 18.3./Landesmann: Budgetprobleme beim Schauspiel/Landesrat Raus will Strukturreform der Festspiele

Wien (OTS) - Der Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele, Ivan Nagel, stellt vor der Kuratoriumssitzung vom 18.3. in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News Bedingungen für seinen Verbleib bis Vertragsende im Jahr 2000: "Wenn man mir einen Stellvertreter zur Entlastung zur Seite stellt, stehe ich bis 2000 zur Verfügung."

Weder sei er krankheitshalber arbeitsunfähig (es wurden ihm lediglich Ablagerungen aus der Halsschlagader entfernt), noch sei er mit seinem Budget fahrlässig umgegangen.

Nagel: "Direktorium wußte davon". Zwar hat er den Etat nach Festspiel-Auskunft um 3 bis 6 Millionen überzogen. Doch diese Summe ist, so Nagel, durch eine nachträglich programmierte Jelinek-Uraufführung zustandegekommen. Nagel zu News: "Seit 1997 weiß die Festspielleitung, daß die Uraufführung nur dank Sponsoren oder aus Sondermitteln der Festspiele zu realisieren ist. Zu meiner Freude hat Dr. Mortier schon damals erklärt, wir sollten die Uraufführung notfalls auch ohne Sponsor annehmen. Das Direktorium hat das bekräftigt.

Landesmann: "Keine Überziehung". Das sieht Finanzdirektor Landesamnn in News anders: "Wir hatten schon die innere Revision im Haus, das Schauspielbudget wird sicher ein Thema. Wir haben das Festspielbudget nie überschrittenm, und so soll es bleiben. Überziehungen und auch den geforderten Stellvertreter muß Nagel wohl aus seinem Etat bezahlen. Notfalls muß er bei den Produktionen einsparen."

Raus: "Neue Festspielstruktur". Indes läßt eine Wortmeldung von Salzburgs Kulturlandesrat Othmar Raus in News aufhorchen: Angesichts der vorzeitig vom Zaun gebrochenen Verlängerungsdebatte um das Direktorium möge man erst die Struktur des Dreierdirektoriums zur Diskusssion stellen. Wie die meisten Orchester und künftig auch die Bundestheater könnten sich die Festspiele mit dem "Vieraugenprinzip" begnügen - also einem künstlerischen und einem kaufmännischen Leiter.

Die Präsidentschaft ist sowohl bei den Wiener Festwochen als auch in Bregenz ein Ehrenamt, in Salzburg aber mit etwa 1,1 Millionen jährlich dotiert.

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