Gruber: FMW-Kirchstetten - keine Lösung, sondern Pröll Alibiaktion

Kein Förderungen des Landes, 20 % Lohnverzicht der Mitarbeiter - keine Lohnverzicht des Vorstandes, 33 Beschäftigte freigestellt, Sicherung der Zulieferarbeitsplätze in Rußland und in Polen

St. Pölten, (SPI) - "Die angebliche Rettung des FMW-Standortes Kirchstetten erweist sich bei genauerer Betrachtung als
Alibiaktion - denn von einer Rettung von Gnaden des Landeshauptmannes kann wirklich keine Rede sein. Es gab vielmehr keine Änderung der Situation vom Jänner dieses Jahres, das alte Problem wurde nur rechtzeitig eine Woche vor dem Wahltermin mit einer angeblich neuen Lösung verkauft. Es ist nichts weiter als
ein wahltaktisches Manöver, wenn sich der mehr als 90prozentige Haupteigentümer, noch dazu im politischen Nahverhältnis zur VP Niederösterreich, dazu entschließt, den Betrieb vorerst nicht zu schließen. Es ist weiter eine Tatsache, daß mehr als 30 Mitarbeiter bereits gekündigt wurden und offenbar weiter Personal abgebaut werden soll. Weiters mußten die vorerst verbleibenden Beschäftigten Lohneinbußen bis zu 20 % in Kauf nehmen, während die Vorstandsgehälter unverändert blieben", kritisiert der St. Pöltner SP-Abg. Karl Gruber die angebliche FMW-Rettung.****

"Es ist blanker Hohn, wenn der Landeshauptmann die Sicherung von
150 Arbeitsplätzen in der Zulieferindustrie der Öffentlichkeit verkaufen will. Wo wurden diese Arbeitsplätze gesichert, wenn die Fertigung von Zulieferkomponenten nach Rußland und nach Polen ausgelagert wurden? Wenn dies als Erfolg Prölls verkauft werden soll, dann wird es wohl kaum einen Niederösterreicher geben, der ihm dazu gratuliert", so Gruber weiter. "Die Situation ist auch insofern ärgerlich, als es angeblich einen deutschen Interessenten gibt, welcher eine Beschäftigungszusage von 250 Mitarbeitern sowie eine Standortgarantie ausgesprochen hat. Gibt es diesen Interessenten? Gibt es Gespräche mit diesem Investor? Dies alles und viel mehr ist wohl nur wahltaktisch verständlich, zumal das Land selbst Förderzusagen für die Rettung des Betriebes zugesichert hat ("Der Standard" vom 19.2.98), die nun
offensichtlich auch nicht kommen", so der St. Pöltner Abgeordnete.

"Wo bleiben die zugesagten Förderungen des Landes? Wo bleibt die Unterstützung für die freigestellten Mitarbeiter? Warum beteiligt sich der Vorstand nicht an den Lohnkürzungen? Viele offene Fragen in der angeblichen "Pröll-Rettungsaktion"! Pröll als Retter zu präsentieren, darf wohl angesichts der Eigentumsverhältnisse nicht schwergefallen sein, zumal die Raiffeisen Landesbank NÖ ein ihm politisch zugängliches Unternehmen ist. Nicht akzeptabel ist auch die Tatsache, daß ausschließlich von der Belegschaft Opfer erwartet werden und sich der Eigentümer kaum beteiligt", so Gruber weiter.

"Weiters bleibt noch die wichtigste Frage zu klären. Wenn die Raiffeisen Landesbank NÖ sich noch immer für ein "Management-buy-out" ausspricht, so kann sie selbst als Eigentümer wohl kaum Interesse an einer Weiterführung des Unternehmens haben. Wir Sozialdemokraten kämpfen mit den Beschäftigten um eine Absicherung des Standortes und eine für alle akzeptable Lösung. Aussagen des Vorstandes zum Lohnverzicht "Entweder ihr unterschreibt, oder ich sperre zu!" werden von uns so nicht hingenommen. LH Pröll, der
bei seinem Besuch von den Beschäftigten hermetisch abgeschirmt wurde, hat es sich offenbar vor den Wahlen gerichtet. Wir Sozialdemokraten befürchten eher eine Alibiaktion für Pröll vor dem Wahltermin, wo dann nach dem 22. März Zusagen und Konzepte nicht mehr gelten", schloß Abg. Gruber.
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