- 11.03.1998, 12:02:06
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- OTS0147
Gruber: FMW-Kirchstetten - keine Lösung, sondern Pröll Alibiaktion
Kein Förderungen des Landes, 20 % Lohnverzicht der Mitarbeiter - keine Lohnverzicht des Vorstandes, 33 Beschäftigte freigestellt, Sicherung der Zulieferarbeitsplätze in Rußland und in Polen
St. Pölten, (SPI) - "Die angebliche Rettung des FMW-Standortes
Kirchstetten erweist sich bei genauerer Betrachtung als
Alibiaktion - denn von einer Rettung von Gnaden des
Landeshauptmannes kann wirklich keine Rede sein. Es gab vielmehr
keine Änderung der Situation vom Jänner dieses Jahres, das alte
Problem wurde nur rechtzeitig eine Woche vor dem Wahltermin mit
einer angeblich neuen Lösung verkauft. Es ist nichts weiter als
ein wahltaktisches Manöver, wenn sich der mehr als 90prozentige
Haupteigentümer, noch dazu im politischen Nahverhältnis zur VP
Niederösterreich, dazu entschließt, den Betrieb vorerst nicht zu
schließen. Es ist weiter eine Tatsache, daß mehr als 30
Mitarbeiter bereits gekündigt wurden und offenbar weiter Personal
abgebaut werden soll. Weiters mußten die vorerst verbleibenden
Beschäftigten Lohneinbußen bis zu 20 % in Kauf nehmen, während die
Vorstandsgehälter unverändert blieben", kritisiert der St. Pöltner
SP-Abg. Karl Gruber die angebliche FMW-Rettung.****
"Es ist blanker Hohn, wenn der Landeshauptmann die Sicherung von
150 Arbeitsplätzen in der Zulieferindustrie der Öffentlichkeit
verkaufen will. Wo wurden diese Arbeitsplätze gesichert, wenn die
Fertigung von Zulieferkomponenten nach Rußland und nach Polen
ausgelagert wurden? Wenn dies als Erfolg Prölls verkauft werden
soll, dann wird es wohl kaum einen Niederösterreicher geben, der
ihm dazu gratuliert", so Gruber weiter. "Die Situation ist auch
insofern ärgerlich, als es angeblich einen deutschen Interessenten
gibt, welcher eine Beschäftigungszusage von 250 Mitarbeitern sowie
eine Standortgarantie ausgesprochen hat. Gibt es diesen
Interessenten? Gibt es Gespräche mit diesem Investor? Dies alles
und viel mehr ist wohl nur wahltaktisch verständlich, zumal das
Land selbst Förderzusagen für die Rettung des Betriebes
zugesichert hat ("Der Standard" vom 19.2.98), die nun
offensichtlich auch nicht kommen", so der St. Pöltner Abgeordnete.
"Wo bleiben die zugesagten Förderungen des Landes? Wo bleibt die
Unterstützung für die freigestellten Mitarbeiter? Warum beteiligt
sich der Vorstand nicht an den Lohnkürzungen? Viele offene Fragen
in der angeblichen "Pröll-Rettungsaktion"! Pröll als Retter zu
präsentieren, darf wohl angesichts der Eigentumsverhältnisse nicht
schwergefallen sein, zumal die Raiffeisen Landesbank NÖ ein ihm
politisch zugängliches Unternehmen ist. Nicht akzeptabel ist auch
die Tatsache, daß ausschließlich von der Belegschaft Opfer
erwartet werden und sich der Eigentümer kaum beteiligt", so Gruber
weiter.
"Weiters bleibt noch die wichtigste Frage zu klären. Wenn die
Raiffeisen Landesbank NÖ sich noch immer für ein "Management-buy-
out" ausspricht, so kann sie selbst als Eigentümer wohl kaum
Interesse an einer Weiterführung des Unternehmens haben. Wir
Sozialdemokraten kämpfen mit den Beschäftigten um eine Absicherung
des Standortes und eine für alle akzeptable Lösung. Aussagen des
Vorstandes zum Lohnverzicht "Entweder ihr unterschreibt, oder ich
sperre zu!" werden von uns so nicht hingenommen. LH Pröll, der
bei seinem Besuch von den Beschäftigten hermetisch abgeschirmt
wurde, hat es sich offenbar vor den Wahlen gerichtet. Wir
Sozialdemokraten befürchten eher eine Alibiaktion für Pröll vor
dem Wahltermin, wo dann nach dem 22. März Zusagen und Konzepte
nicht mehr gelten", schloß Abg. Gruber.
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200
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