- 11.03.1998, 11:45:08
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- OTS0126
Wiener Liberale: Vorrang für frauengerechte Verkehrsplanung!=
Hack: "Diskriminierungen von Frauen im öffentlichen Raum müssen restlos und umgehend beseitigt werden!"
Wien (OTS) Mit der Aufforderung, die Bedürfnisse von Frauen auch bei
der Gestaltung der Verkehrspolitik zu berücksichtigen, reagierte
heute die liberale Planungssprecherin, Mag. Michaela Hack, auf die
vom Frauen- und vom Verkehrsministerium veranstaltete Konferenz
"Frauen als Verkehrsteilnehmerinnen".
"Daß Verkehrsplanung nach wie vor von männlichen Experten dominiert
wird, zeigt ein kurzer Blick auf Wiens Straßen. In öffentlichen
Verkehrsmitteln, wie z.B. den S-Bahnen, fehlen stufenlose Einstiege.
Gehsteige sind meistens so eng und auch verparkt, daß ein Passieren
mit Kinderwagen oder schweren Einkaufstaschen unmöglich ist. Aber
wie viele Männer schleppen schon schwere Einkaufstaschen nach
Hause", kritisierte Hack.
Da wesentlich mehr Frauen als Männer öffentliche Verkehrsmittel
benutzen, sei der rasche Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht nur
ein Instrument zur Reduktion der Umweltbelastung, sondern auch ein
Instrument für die Gleichstellung der Frauen im Straßenverkehr. "Mit
dem sofortigen Ausbau des bestehendes S-Bahn- und Busnetzes und
einer Verdichtung der Intervalle der öffentlichen Verkehrsmittel
könnten damit zwei Fliegen auf einen Streich erledigt werden",
konstatierte die liberale Gemeinderätin.
Zudem müßten Verkehrsmittel der Busflotte an die Bedürfnisse der
Frauen angepaßt werden. "Die schnellstmögliche Umrüstung auf
Niederflurwagen und die Einführung des ULF (ultra-low-floor) sollen
auch Frauen mit kleinen Kindern die problemlose Benützung von
öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen", forderte Hack.
Handlungsbedarf bestehe auch bei den Ampelphasen. "Da die
Gehgeschwindigkeiten von Frauen mit Kleinkindern deutlich geringer
sind, sind die Grünphasen für Fußgänger zu verlängern", so Hack.
Frauengerechte Gestaltung müsse auch in Hinblick auf die Sicherheit
von Frauen im öffentlichen Raum stärker beachtet werden. In diesem
Sinne seien Gehsteige und Parkplätze zu beleuchten. Die liberale
Gemeinderätin forderte zudem eine Videoüberwachung der
S-Bahn-Stationen. "Lange Wege durch uneinsichtige, ungepflegte
S-Bahn-Stationen sind für Frauen in Abend- oder Nachtstunden
sicherlich keine angenehme Aufenthaltsstätte", meinte Hack
abschließend.
(Schluß)
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