Massive Kritik an Ambulatoriumsplänen

Zahnärzte sprechen von Zentralisierung, Verstaatlichung und Roßtäuscherei

Wien (OTS) - Geharnischte Kritik zur Absicht der Gesundheitsministerin, in Kassenambulatorien zukünftig auch private zahnmedizinische Leistungen anbieten zu lassen, kommt heute von der Bundesfachgruppe für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Österreichischen Ärztekammer (BUFAZ).

Bei der 55. ASVG-Novelle handle es sich in dieser Frage um eine "zynische Roßtäuscherei", stellen dazu der BUFAZ-Vorsitzende DDr. Hannes Westermayer und der Ambulatoriums-Referent, Dr. Erwin Senoner in einer Presseaussendung am Dienstag fest. "Die Zahnambulatorien produzieren jährlich ein Defizit von mehreren 100 Millionen Schilling, die durch die Sozialversicherungsbeiträge der Bevölkerung abgedeckt werden müssen. Die von den Kassen genannten Kosten für eine Krone von öS 5.000,-- unterschreiten dabei um öS 2.000,-- die kasseninternen Kalkulationen für diesen Bereich", so Westermayer und Senoner.

Demgegenüber betrage der Preis für zeitgemäßen Zahnersatz im Bereich der niedergelassenen Zahnärzte durchschnittlich öS 5.500,--bis öS 7.000,--. Die Grundaussage, "die Kronen werden billiger", sei daher völlig falsch, in Wahrheit werde das Gesundheitssystem durch diese Maßnahme teurer und ineffizienter, meinen Westermayer und Senoner.

Vielmehr gehe es nach Ansicht Westermayers und Senoners, um eine weitere Zentralisierung und Verstaatlichung im österreichischen Gesundheitssystem. Wie teuer dies sei, hätten nicht zuletzt auch die vielen Milliarden Steuergelder gezeigt, die noch vor kurzer Zeit in "ärarische Monsterprojekte" geflossen seien. Westermayer: "Von all diesen gewaltigen Flops hat man offensichtlich nichts gelernt. Jetzt will man mit öffentlichen Subventionen vorerst auf dem zahnmedizinischen Sektor wieder den Weg grober wirtschaftlicher Fehler beschreiten." Weiteres Argument der Zahnärzte: Mit den geplanten Kosten von öS 5.000,-- ermögliche man den ärmeren Schichten keineswegs den Zugang zu moderner Zahnprothetik. Aus ihrer Erfahrung wissen die Ärzte, daß auch dieser Betrag für finanziell weniger bemittelte Patienten nicht erschwinglich sei. Westermayer und Senoner: "Man will offensichtlich wieder einmal die Reichen, die Generaldirektoren auf Kosten der Bedürftigen, der Behinderten und der kinderreichen Familien subventionieren."

Statt gewagter politischer Projekte sollte man lieber einen Fonds errichten, um gerade dieser Bevölkerungsgruppe den Zugang zu moderner Zahnmedizin zu ermöglichen.

Die Kassenambulatorien müßten darüber hinaus privatisiert werden, um versteckte Quer-Subventionen und soziale Ungerechtigkeiten aus dem System zu eliminieren, meinen abschließend die Zahnärzte.

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