Wenn die Magengrube "Feuer schreit"

Wien (OTS) - Neben den klassischen Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüren ist das "Feuer in der Magengrube" eines der häufigsten Beschwerdebilder, mit denen die Gastroenterologen durch ihre Patienten konfrontiert werden. Die Ärzte sprechen von der sogenannten gastroösophagealen Refluxerkrankung. Die mechanisch recht einfache Erklärung: Saurer Mageninhalt strömt "verbotenerweise" in die Speiseröhre zurück. Das macht die oft quälenden Schmerzen.

Dabei ist einige Toleranz durchaus gegeben. Univ.-Prof. Dr. Heinz F.Hammer von der Medizinischen Universitätsklinik in Graz bei den Ärztetagen in Bad Hofgastein (8. bis 14. März): "Das Vorhandensein von saurem Reflux ist nicht abnormal, sondern wird erst dann zur Ursache von Symptomen, wenn die Dauer oder die Häufigkeit solcher Episoden über das normale physiologische Ausmaß erhöht ist."

Dann allerdings kann die Magensäure sogar zu echten Gewebeverletzungen der Schleimhaut der Speiseröhre führen, was die Symptome nur noch verschlechtert. Es muß nicht immer gleich so arg sein: Die Bandbreite reicht vom Sodbrennen, das einfach durch zu "schweres" Essen bzw. zu reichliche Mahlzeiten - hoffentlich nur manchmal - ausgelöst wird, biszu seltenen Spätkomplikationen. Doch in manchen Fällen kann hinter den Beschwerden sogar ein Karzinom stecken.

Symptome lindern

Zunächst kommt es vor allem auf eine Linderung der akuten Symptome an. Dazu gibt es "Antazida", welche die Magensäure unschädlich machen und Säure-Hemmer, die (ebenfalls seit vielen Jahren) in der Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt werden. Sie vermindern die Säureproduktion. Ebenfalls angewendet werden können Medikamente, die einen schützenden Effekt auf die Schleimhautentfalten.

Doch Arzt und Patient sollten bei einer solchen "Probetherapie" nach Ausschluß von schwerwiegenderen Verdachtsmomenten weiterhin ein "wachsames Auge" haben. Hammer: "Wenn es nicht innerhalb einer Woche zu einer wesentlichen Besserung und innerhalb eines Monats zu einem vollständigen Verschwinden der Symptome kommt oder beim Auftreten von Rückfällen sollte aber in jedem Fall eine weitere diagnostische Abklärung eingeleitet werden."

Dann wird beispielsweise über 24 Stunden hinweg der ph-Wert (Säure) gemessen. Neben der endoskopischen Untersuchung stehen aber auch noch andere Verfahren zur Verfügung. In der Behandlung ist es das Ziel, zunächst einmal die quälenden Symptome zu beseitigen, weiters sollte bei einer echten Refluxösophagitis der Erfolg der Behandlung schließlich durch eine weitere endoskopische Untersuchung zweifelsfreibelegt werden.

Abhängig von der Schwere der Erkrankung wird die Therapie gewählt.Neben den genannten Prinzipien gibt es hier seit einiger Zeit auch sogenannte Protonenpumpenhemmer, die auch in der Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt werden. Sie kommen aber erst in schwereren Fällen zum Einsatz.

Tips und Tricks

Einiges zur Besserung des Problems können aber die Patienten selbstbeitragen:

+ Nach dem Essen nicht niederlegen!
+ Abnehmen
+ Keine zu fettreiche Kost
+ Hochprozentiger Alkohol und Kaffee verschlimmern die Situation
+ Weg mit den Zigaretten!
+ Bestimmte Medikamente, die gegen andere Krankheiten verwendet werden, können selbst den Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre fördern. Dazu gehören bestimmte Asthmamittel genauso wie Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Die Entscheidung trifft der Arzt.

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