- 11.03.1998, 09:26:20
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Zimmermeister sind unzufrieden mit der Auftragslage
Auftragsbestand ist im IV. Quartal weiter gesunken Dallago: "Können froh sein, wenn es nicht weiter zurückgeht"
Wien (PWK) - Die Flaute am Bau hat auch bei den österreichischen
Zimmermeistern tiefe Spuren hinterlassen. Wie die jüngste
Konjunkturbeobachtung des Instituts für Gewerbe- und
Handwerksforschung (IfG) zeigt, ist der Auftragsbestand im
österreichischen Zimmermeistergewerbe - im Vergleich zum Vorjahr -
gesunken. Der durchschnittliche Auftragsbestand lag im IV. Quartal
1997 bei 9,8 Wochen, im Vorjahr bei 10,3 Wochen. In der Steiermark (-
3,7 Wochen) und in Oberösterreich (-2,1 Wochen) war der Rückgang
deutlich stärker. In Vorarlberg (+2,3 Wochen), Tirol (+1,1 Wochen)
und Kärnten (+0,8 Wochen) sind die Auftragsbestände gestiegen. Der
öffentliche Auftragsanteil lag, wie auch schon 1996, bei 10 Prozent.
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"Mit zunehmender Arbeistlosigkeit und steigenden finanziellen
Belastungen nach diversen Sparpaketen sinkt natürlich die
Kapitalkraft der privaten Häuselbauer. Das spüren auch die
Zimmermeister. Wir können froh sein, wenn es nicht weiter
zurückgeht", hofft Maximilian Dallago, Bundesinnungsmeister der
Zimmermeister.
Die rückläufigen Auftragseingänge sind für Dallago aber auch eine
Folge von Überkapazitäten, die in den letzten Jahren aufgebaut
wurden. "Jetzt pendelt sich das wieder auf ein marktverträgliches
Niveau ein", ist Dallago überzeugt.
Die Auftragserwartungen der Unternehmer sind nach wie vor
pessimistisch. Per Saldo erwarten 38 Prozent sinkende
Auftragseingänge und nur 6 Prozent steigende. Besonders ungünstig
wird die zukünftige Auftragslage von den burgenländischen und
steirischen Zimmermeistern eingeschätzt, denn hier rechnen jeweils 39
Prozent mit sinkenden und nur 4 Prozent mit steigenden
Auftragseingängen. Noch pessimistischer sind die Auftragserwartungen
in Salzburg, wo per Saldo 55 Prozent der Betriebe mit rückläufigen
Aufträgen rechnen.
In Vorarlberg ist die Situation hingegen günstiger: 23 Prozent der
Betriebe rechnen mit steigenden Auftragsbeständen, jedoch liegt jener
Anteil, der sinkende Bestände erwartet, immer noch bei 38 Prozent (im
Vorjahr waren es sogar 56 Prozent).
Günstig könnte sich auch die Einführung des Euro auf die
wirtschaftliche Entwicklung bei den Zimmermeistern auswirken. "Viele
wollen noch vor der Einführung des Euro bauen, denn so günstig wie
jetzt war Baugeld noch nie". Wie es nach der Einführung des Euro
allerdings weitergeht, ist noch nicht abschätzbar. Erfreulich ist
auch, daß der Baustoff Holz für potentielle Bauherren immer
attraktiver wird.
Was die Zahl der Beschäftigten betrifft, so entspricht der vor
allem saisonal bedingte Personalabbau im vierten Quartal dem des
Vorjahres (-16,7 Prozent). Eine deutlich geringere Reduktion planen
die Vorarlberger Betriebe (-4 Prozent). Insgesamt beschäftigt die
Branche derzeit rund 14.000 Mitarbeiter in 1.400 Betrieben.
Zufrieden ist Dallago mit der aktuellen Lehrlingssituation bei den
Zimmermeistern. "Wir könnten viel mehr bekommen als wir aufnehmen
können. Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot." Daß der
Beruf des Zimmermeister immer attraktiver wird, zeigt auch der Blick
in die Statistik: heuer bilden die österreichischen Zimmermeister um
10% mehr Lehrlinge aus als noch vor fünf Jahren.
(Schluß) MH
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