Zimmermeister sind unzufrieden mit der Auftragslage

Auftragsbestand ist im IV. Quartal weiter gesunken Dallago: "Können froh sein, wenn es nicht weiter zurückgeht"

Wien (PWK) - Die Flaute am Bau hat auch bei den österreichischen Zimmermeistern tiefe Spuren hinterlassen. Wie die jüngste Konjunkturbeobachtung des Instituts für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG) zeigt, ist der Auftragsbestand im österreichischen Zimmermeistergewerbe - im Vergleich zum Vorjahr -gesunken. Der durchschnittliche Auftragsbestand lag im IV. Quartal 1997 bei 9,8 Wochen, im Vorjahr bei 10,3 Wochen. In der Steiermark (-3,7 Wochen) und in Oberösterreich (-2,1 Wochen) war der Rückgang deutlich stärker. In Vorarlberg (+2,3 Wochen), Tirol (+1,1 Wochen) und Kärnten (+0,8 Wochen) sind die Auftragsbestände gestiegen. Der öffentliche Auftragsanteil lag, wie auch schon 1996, bei 10 Prozent. ****

"Mit zunehmender Arbeistlosigkeit und steigenden finanziellen Belastungen nach diversen Sparpaketen sinkt natürlich die Kapitalkraft der privaten Häuselbauer. Das spüren auch die Zimmermeister. Wir können froh sein, wenn es nicht weiter zurückgeht", hofft Maximilian Dallago, Bundesinnungsmeister der Zimmermeister.

Die rückläufigen Auftragseingänge sind für Dallago aber auch eine Folge von Überkapazitäten, die in den letzten Jahren aufgebaut wurden. "Jetzt pendelt sich das wieder auf ein marktverträgliches Niveau ein", ist Dallago überzeugt.

Die Auftragserwartungen der Unternehmer sind nach wie vor pessimistisch. Per Saldo erwarten 38 Prozent sinkende Auftragseingänge und nur 6 Prozent steigende. Besonders ungünstig wird die zukünftige Auftragslage von den burgenländischen und steirischen Zimmermeistern eingeschätzt, denn hier rechnen jeweils 39 Prozent mit sinkenden und nur 4 Prozent mit steigenden Auftragseingängen. Noch pessimistischer sind die Auftragserwartungen in Salzburg, wo per Saldo 55 Prozent der Betriebe mit rückläufigen Aufträgen rechnen.

In Vorarlberg ist die Situation hingegen günstiger: 23 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Auftragsbeständen, jedoch liegt jener Anteil, der sinkende Bestände erwartet, immer noch bei 38 Prozent (im Vorjahr waren es sogar 56 Prozent).

Günstig könnte sich auch die Einführung des Euro auf die wirtschaftliche Entwicklung bei den Zimmermeistern auswirken. "Viele wollen noch vor der Einführung des Euro bauen, denn so günstig wie jetzt war Baugeld noch nie". Wie es nach der Einführung des Euro allerdings weitergeht, ist noch nicht abschätzbar. Erfreulich ist auch, daß der Baustoff Holz für potentielle Bauherren immer attraktiver wird.

Was die Zahl der Beschäftigten betrifft, so entspricht der vor allem saisonal bedingte Personalabbau im vierten Quartal dem des Vorjahres (-16,7 Prozent). Eine deutlich geringere Reduktion planen die Vorarlberger Betriebe (-4 Prozent). Insgesamt beschäftigt die Branche derzeit rund 14.000 Mitarbeiter in 1.400 Betrieben.

Zufrieden ist Dallago mit der aktuellen Lehrlingssituation bei den Zimmermeistern. "Wir könnten viel mehr bekommen als wir aufnehmen können. Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot." Daß der Beruf des Zimmermeister immer attraktiver wird, zeigt auch der Blick in die Statistik: heuer bilden die österreichischen Zimmermeister um 10% mehr Lehrlinge aus als noch vor fünf Jahren.
(Schluß) MH

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