"Bauen ohne Barrieren"

Prokop: Beratung stärker in Anspruch nehmen

St.Pölten (NLK) - Vor fünf Jahren, 1993, hat das Land Niederösterreich eine einzigartige Aktion gestartet: Techniker der Gebietsbauämter wurden zu Beratern in behindertengerechten Bauen ausgebildet. Sie haben inzwischen in 50 und 60 Einzelberatungen
und bei ungezählten Bauverhandlungen viel Positives erreicht.
Aber, so Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Baudirektor Hofrat Dipl.Ing. Peter Kunerth heute in einer Pressekonferenz, dieses Service sollte noch viel öfter in Anspruch genommen werden. Aus diesem Grund wurde auch ein Info-Prospekt aufgelegt, der sich an Architekten, Baumeister, Bürgermeister und ganz besonders an private Hausbauer wendet. Wobei Prokop nicht von "behindertengerechtem Bauen" sprechen will, sondern von "Bauen
ohne Barrieren". Denn es seien beispielsweise Müttern mit Kindern oft mit den selben Barrieren konfrontiert wie Rollstuhlfahrer.

Entscheidend sei, betonte Kunerth, daß die Beratung schon im Vorfeld der Planung einsetzt. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die
das Leben von Behinderten erschweren, werden sie bei der Planung berücksichtigt ergeben sich keine oder nur geringe Mehrkosten, während spätere Umbauten sehr kostspielig sein können. Prokop: "Es muß uns allen bewußt sein, daß jeder von uns im Lauf seines Lebens irgendeine Form von Behinderung erleiden könnte. Man muß nur die Folgen von Verkehrsunfällen, Sportunfällen, Verletzungen im Haushalt, aber auch die Folgen von Schlaganfällen bedenken. Und natürlich auch die Beeinträchtigungen im Alltag. Daher ist es besonders wichtig, sich beim Bauen und Sanieren von Häusern und Wohnungen richtig zu informieren." So hat eine Untersuchung
ergeben, daß 16,6 Prozent der 30- bis 49jährigen, 35,7 Prozent der 50- bis 69jährigen und 40,1 Prozent der über 70jährigen in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt sind.

Die Beratung in den fünf Gebietsbauämtern (Korneuburg, Wiener Neustadt, St.Pölten, Krems und Mödling) ist kostenlos. Beispiele für konkrete Maßnahmen im Sinn eines "Bauens ohne Barrieren" sind etwa ausreichend breite Stiegenhäuser und Türen, das Vermeiden von kleinen Niveauunterschieden, ausreichend große Sanitärräume und eine natürliche Belichtung.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2180

Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK