Erdgasverbrauch in Österreich 1997 gesunken

Wärmeres Wetter war ausschlaggebend - Skyba fordert bei nationaler Marktöffnung einheitlichen Prozentsatz in EU

PWK - "1997 wurden in Österreich rund 7.220 Mio. Kubikmeter Erdgas abgesetzt. Verglichen mit 1996 kam es damit zu einem Verbrauchsrückgang von etwa 4 Prozent, der vor allem auf die im Jahresdurchschnitt wärmere Witterung zurückzuführen ist", erklärte Heinz Krug, Geschäftsführer der Austria Ferngas Ges.m.b.H., im Rahmen des Jahrespressegespräches des Fachverbandes Gas & Wärme und der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). Von der genannten Absatzmenge flossen rund 36 Prozent in den Sektor Haushalt und Gewerbe, 45 Prozent in die Industrie und Chemie sowie 19 Prozent in die Wärmekraftwerke zur Stromerzeugung. ****

Im Bereich der Haushalts- und Gewerbeversorgung kam es zu einem Rückgang von etwa 6 Prozent, im Sektor Industrie und Chemie jedoch zu einer Verbrauchszunahme von ca. 5 Prozent. Diese resultierte zum größten Teil aus neu in Betrieb gegangenen bzw. 1997 erstmals ganzjährig gefahrenen industriellen Cogenerationsanlagen zur Erzeugung von Prozeßwärme. Den Rückgang des Einsatzes von Erdgas zur Stromerzeugung in den Wärmekraftwerken um rund 18 Prozent begründete Krug mit der guten Wasserführung bei den Laufkraftwerken, den billigen Stromangeboten der Verbundgesellschaft und den günstigeren Einstandspreisen bei Heizöl.

Auf die Erdgaspreisentwicklung ging Adolf Fehringer, Mitglied des Vorstands der Steirischen Ferngas, in seinen Ausführungen ein: "Die österreichische Gaswirtschaft beliefert die Industrie zu einem Gaspreis, der dem Niveau der Jahre 1978/79 entspricht. Bei einem Erdgaseinstandspreis, der dem Niveau der End-70er-Jahre gleichkommt, wurden alle übrigen Kostensteigerungen - Personal (+ 70 Prozent), Speicherkosten (+ 200 Prozent!), Transport und sonstige Kosten -durch Rationalisierungsmaßnahmen und Absatzsteigerungen von den Gasversorgern aufgefangen". In Wien liegt der Gaspreis im Haushaltsbereich beispielsweise um 123 g/m3 niedriger als 1981.

Fachverbandsvorsteher und Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Karl Skyba, kritisierte bei dem Pressegespräch vor allem den Gasrichtlinienvorschlag der EU: "Die Strukturen der Gasmärkte in den einzelnen Mitgliedstaaten sind so unterschiedlich, daß es bei den vorgeschlagenen Schwellen und Prozenten zu Marktöffnungsgraden von 22 Prozent bis 91 Prozent kommt. In Österreich würde der vorliegende Entwurf zu einer Marktöffnung von ca. 50 Prozent bereits im ersten Schritt der Liberalisierung führen, in Italien hingegen nur zu 36 Prozent, in Deutschland nur zu 31 Prozent und in Frankreich nur zu 22 Prozent". Skyba forderte daher, daß die nationalen Marktöffnungsgrade - wie in der Stromrichtlinie - lediglich durch einen EU-einheitlichen Prozentsatz bestimmt werden sollen.

In der Protokollerklärung zum Richtlinientext wird es dem Mitgliedsstaat freigestellt, die Marktöffnung durch eine Erweiterung des Verbrauchstättenbegriffes zu erhöhen. So könnten Unternehmen, die zur gleichen Gruppe gehören, sowie Verbraucherkonsortien oder Industriezonen Erdgaslieferverträge schließen. Dies wird seitens der österreichischen Gaswirtschaft strikt abgelehnt. "Grundsätzlich muß gelten: Zugelassener Kunde pro Betriebsstätte und für Eigenverbrauch!" sagte Skyba.

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Dr. Ute Boccioli

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