HÖGER : SCHON 340.000 UNTERSCHRIFTEN GEGEN SONNTAGSARBEIT

Sonntag muß mit geringen Ausnahmen den Familien vorbehalten bleiben

St. Pölten (SPI) Die weit über 340.000 Unterschriften, die bis zum heutigen Tag gesammelt wurden, sind ein klares Bekenntnis zum freien Sonntag, der den Familien vorbehalten bleiben muß. Mehr als 45.000 Unterschriften wurden bisher von der SPÖ-NÖ, über 70.000 von der GPA-NÖ und 15.000 von den hunderten SPAR-Märkten und Läden des ganzen Landes gesammelt. Und weitere 210.000 hat die Katholische Arbeiterbewegung österreichweit beigesteuert. "Mit der Sonntagsarbeit würde den Familien der einzige Tag genommen werden, an dem wirklich alle gemeinsam etwas unternehmen können. Dieser gemeinsame freie Tag stellt einen Wert an sich dar, den wir uns im drittreichsten Land Europas leisten können und der nicht dem Gewinnstreben Einzelner untergeordnet werden darf", stellte Landeshauptmannstv. Ernst Höger Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Direktor der AK-NÖ, SPÖ-Nationalratsabgeordneten Herbert Kaufmann, klar. "Die ersten Erfahrungen im Multiplexzentrum bestätigen sämtliche Befürchtungen und Warnungen. Die Verordnung ist deshalb umgehend
zurückzunehmen", forderte Höger.

Schon jetzt ist der Druck im Handelsbereich ungeheuer groß, was nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die vielen Klein- und Mittelbetriebe gilt, in denen die Familien selbst im Geschäft stehen, erinnerte der Landeshauptmannstv. In kaum einem anderen Bereich ist der Trend zu Teilzeitarbeit und zur geringfügigen Beschäftigung so kraß wie im Handel und in kaum einem anderen wird schon jetzt ein derartiger Druck auf die Beschäftigten ausgeübt. "Mit der Multiplexverordnung ist ein Stein ins Rollen gekommen, der die Sonntagsruhe generell in Frage
stellt. Die Sonntagsarbeit muß aber auf wenige Ausnahmen beschränkt bleiben, wo sie unvermeidlich ist und klare kollektivvertragliche Regelungen die Grundlage bilden", stellte
der Landeshauptmannstv. klar. Ausnahmen sind beispielsweise die Gastronomie, der Verkehrsbereich, die Exekutive, der gesamte Sozial-, Pflege- und Rettungsbereich, die Medien oder die Freizeitwirtschaft. "In begründeten Fällen und in Abstimmung mit den Belegschaften und der Gewerkschaft sind flexible Arbeitszeitregelungen auch in eingeschränkten Teilbereichen der Industrie möglich - aber ganz sicher nicht mit einem Federstrich ohne sozialpartnerschaftlichen Konsens einzuführen, merkte Höger an.
(Forts.)nk/ns

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