Gesundheit geht durch Magen und Darm Wiederholung OTS0082

Neue Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Umwelt, Ernährung und Krebs

Wien (OTS) - "Liebe geht durch den Magen", heißt es. Gesundheit geht durch Magen und Darm. "Ein Drittel der Patienten kommen zum praktischen Arzt oder zum Internisten wegen Krankheiten, die durch die Ernährung mitbedingt sind", erklärte der aus Wien stammende Spezialist Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs, jetzt an der berühmten Berliner "Charité" tätig, aus Anlaß der Ärztewoche in Bad Hofgastein (8.bis 14. März). Ein Beispiel dafür sind auch Krebserkrankungen des Magen- und Darmtraktes.

Häufig werden eher diffuse "Umwelteinflüsse" als Ursachen für Krankheiten angesehen. Doch zumindest bei einigen wesentlichen bösartigen Erkrankungen gibt es ganz eindeutige Zusammenhänge mitdefinierten Umweltfaktoren.

Längst ist bekannt, daß um die 90 Prozent aller Lungenkarzinome durch das Rauchen verursacht werden. Und die Lunge ist eben ein Organ,das mit der "Umwelt" - mit dem Zigarettenrauch - in Kontakt kommt.

Mit einer Oberfläche von der Größe eines Fußballfeldes ist aber auch der Magen- und Darmtrakt "Umwelteinflüssen" ausgesetzt: der Ernährung - und dies Tag für Tag, ein Leben lang.

Der Zusammenhang zwischen Krebs des Magen- und Darmtraktes und der Ernährung läßt sich durch mittlerweile zahllose Statistiken belegen. Ein eher positives Beispiel: Während in den fünfziger Jahren beispielsweise pro 100.000 Männer und Jahr etwa 65 Todesfälle infolge von Magenkrebs verzeichnet wurden, waren es Anfang der neunziger Jahre "nur" noch 30. Der offenbare Grund: Den Österreichern ist derGusto an Geräuchertem seither ziemlich abhanden gekommen.

Darmkrebs-Plateau - "Rotes Fleisch" unter Verdacht

Doch damit ist die Angelegenheit von "Ernährung und Krebs" noch lange nicht bereinigt. Etwa 14,5 Prozent von insgesamt rund
30.000, Krebserkrankungen jährlich entfallen auf Dickdarm-bzw.Mastdarm-Karzinome. Zwar hat die Sterblichkeit infolge solcher Erkrankungen mit etwa 35 Todesfällen bei Männern und Frauen pro 100.000 Personen in Österreich im vergangenen Jahrzehnt ein Plateau erreicht, doch das ändert nichts an der grundsätzlich beklagenswerten Situation.

Alles spricht dafür, daß Fett- und Fleischkonsum etwas mit der Entstehung von Darmkrebs zu tun hat. Lochs: "Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Konsums von 'rotem Fleisch' und der Entstehung bestimmter Krebsformen. Das hat mit dem Fettkonsum zu tun. Die Reduzierung des Konsums von 'rotem Fleisch' bei Risikopatienten für ein Kolonkarzinom hat eine vorbeugende Wirkung."

Es ist nicht nur der Dickdarmkrebs, für den ein Zusammenhang zwischen Fett bzw. Fleischkonsum und der Erkrankungshäufigkeit besteht: Der Gesamtfettgehalt der Ernährung und besonders der Anteil an tierischen Fetten wird auch mit dem Prostatakarzinom und dem Mammakarzinom in Verbindung gebracht.

Doch gerade hier dürften sich die Österreicher sprichwörtlich zuviel an schädlichen "Umwelteinflüssen" via Magen und Darm aussetzen. So beträgt der Anteil des Fettes an der täglichen Kalorienzufuhr in Österreich rund 45 Prozent. Die Empfehlung: 30 Prozent.

Mehr Vitamine !

Freilich, ist der Fettanteil in der Ernährung hoch, ist gleichzeitig der Anteil an Gemüse und Obst (Vitamine etc.) gering -gleichermaßen natürlich jener der Ballaststoffe. Lochs: "Man kann nachweisen, daß ein chronischer Mangel an Vitaminen (z.B. C, E, D) ein Krebsrisiko erhöht."

Leider allerdings ist der Umkehrschluß - Vitamine in hohen Dosierungen (Tabletten), weniger Krebs - bisher kaum beweisbar geblieben. Doch dieser Umstand betont nur umso mehr, daß eine gesunde Ernährung - abgesehen vom Ausdämpfen der letzten Zigarette - die beste Krebsprophylaxe ist.

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