Bartenstein: Oberste Priorität für Familienpolitik ist Vereinbarkeit Familie und Beruf

Startveranstaltung für österreichisches Audit für eine familienfreundliche Arbeitswelt

Wien (OTS) - Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ist für rund 50 % der Österreicher an erster Stelle der familienpolitischen Wünsche. Das Familienministerium unterstützt daher in einer Pilotphase, an der 10 österreichische Unternehmen teilnehmen, die Einführung eines österreichischen Audit für eine familienfreundliche Arbeitswelt. "Unser Ziel ist es, daß eine familienfreundliche Arbeitswelt in einigen Jahren zum guten Ton jeder Unternehmenspolitik in Österreich zählt" sagte Familienminister Dr. Martin Bartenstein am Montag anläßlich der Startveranstaltung für das österreichische Audit.

Für ein zukunftsorientieres Personalmarketing und Unternehmensimage ist die Motivation von Frauen ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Und um qualifizierte Frauen für ein Unternehmen zu gewinnen und sie auch zu halten sind familienbewußte Maßnahmen unumgänglich. "Ohne Frauen ist nicht nur kein Staat, sondern auch kein Geschäft zu machen", sagte Bartenstein.

Eine der wichtigsten Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familien und Beruf ist vor allem ein hohes Maß an Souveränität über die eigene Arbeitszeit. Die permanente Verfügbarkeit als Qualitätsmerkmale eines Arbeitnehmers muß ersetzt werden durch andere Kriterien. "Wer souverän über seine Arbeitszeit entscheiden kann ist wesentlich zufriedener mit seinem Arbeitsplatz und wird dadurch auch eine wesentlich zufríedenstellendere Arbeitsleistung erbringen", sagte Bartenstein.

So steht bei den 10 Handlungsfeldern für das Audit für eine familienfreundliche Arbeitswelt auch die Arbeitszeit an oberster Stelle. Weitere wichtige Handlungsfelder in diesem
Kriteriumkatalog sind die flexiblere Gestaltung von Arbeitsabläufen, der Arbeitsort (ZB Telearbeit), familienbewußtes Verhalten von Führungskräften, Fortbildungs- und Förderungsmöglichkeiten für Beschäftigte mit Familien, finanzielle und soziale Unterstützung für Beschäftigte mit Familien und flankierendes Service für Familien (z.B. Betriebskindergärten, Unterstützung bei Versorgung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen).

Der Vertreter der deutschen Hertiestiftung, die in Deutschland die Entwicklung eines Audits "Beruf und Familie" in Auftrag
gegeben hat, Prof. Dr. Artur Wollerth betonte, daß in Zukunft viel mehr die beiden Lebensbereiche eines Arbeitnehmers, nämlich Arbeit und Familie in der Unternehmenspolitik berücksichtigt werden müssen. In beiden Bereichen haben sowohl Frauen als auch Männer Verantwortung zu tragen und dieser Verantwortung gerecht zu
werden. Unternehmen, die schließlich auf ihre Arbeitnehmer und deren Loyalität angewiesen sind, müssen sich zunehmend auch Gedanken über die private Situation ihrer Arbeitnehmern machen und betriebsinterne Regelungen finden, die es den Arbeitnehmer ermöglichen, beiden Bereichen gerecht zu werden. Familienfreundlichkeit ist ein Wettbewerbsfaktor, sagte Wollerth
und stellte fest, daß er auch etwas neidisch auf Österreich sei, da sich hier auch die Politik so zielstrebig dieses Themas
annehme.

Die Unternehmensberaterin Angela Fauth-Herkner, die in der Pilotphase die österreichischen Firmen für das Audit für eine familienfreundliche Arbeitswelt berät und betreut betonte, daß Familienfreundlichkeit meistens nicht viel koste, sondern gelebt werden müssen. Ihre Aufgabe sei es, für jeden einzelnen Betrieb maßgeschneiderte Lösungen zu finden, die den spezifischen Wünschen und Anforderungen der jeweiligen Arbeitnehmer aber auch des Betriebes gerecht werden. Die Praxis hebe gezeigt, daß in vielen kleinen Unternehmen bereits unterschiedlichste Arbeitszeitmodelle
im Interesse der Familienpflichten der Mitarbeiter praktiziert werden würden, daß aber eine flächendeckende professionelle Umsetzung z.B. durch eine Auditierung notwendig ist.

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