Irland startet 1998 zahlreiche Großprojekte im Umweltbereich

Gute Chancen für österreichische Exportunternehmen Wirtschaftsmission "Umwelttechnik" am 28. April nach Dublin

Wien (PWK) - "Der große Nachholbedarf auf dem Umweltsektor führt in der Republik Irland in nächster Zeit zu einer Reihe von konkreten Investitionen", berichtet Gerd Dückelmann-Dublany, Österreichs Handelsdelegierter in Dublin. Allein im Wasser- und Abwasserbereich kündigte das irische Umweltministerium für 1998 den Baubeginn von 61 Projekten an. Bei weiteren 80 soll die Planung aufgenommen bzw. weitergeführt werden. Für Österreich, das im Bereich der Umwelttechnik nicht nur viel zu bieten hat, sondern auch über ein ausgezeichnetes internationales Renommee verfügt, bedeutet dies gute Chancen, im Planungs- und Zulieferbereich entsprechend zum Zug zu kommen. ****

Die Wirtschaftskammer Österreich startet deshalb am 28. und 29. April 1998 eine spezielle Umwelttechnik-Wirtschaftsmission nach Dublin. "Den heimischen Unternehmen der Umweltbranche wird damit die Möglichkeit geboten, direkt vor Ort mit ausgewählten Fachfirmen und den zuständigen Stellen in Kontakt treten und ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot präsentieren zu können", erklärt der Handelsdelegierte. Anmeldungen dafür sind im Nordamerikareferat der WKÖ noch bis Mitte März möglich.

Das größte Vorhaben mit Baubeginn 1998 ist das Dublin Bay Project, welches gewährleisten soll, daß nach Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage die Wasserqualität in der Dublin Bay wieder den von der EU vorgegebenen Mindestwerten entsprechen wird. Dieses rund 3,6 Mrd Schilling teure Projekt soll zu 85 Prozent durch Kohäsionsfondsgelder gefördert werden. In der 5-Jahresperiode bis 1999 erhält Irland allein im Wasser- und Abwasserbereich insgesamt ca. 9,7 Mrd Schilling an EU-Förderungsmitteln, berichtet Dückelmann-Dublany.

Weitere Schwerpunkte im Umweltbereich sind REPAK, eine Initiative der irischen Industrie, bei der bis zum Jahr 2001 mindestens 25 Prozent der Verpackungsabfälle wiederverwertet werden sollen, sowie die Suche nach Alternativen zu Mülldeponien bzw. die Möglichkeiten zur Beseitigung von Altlasten. "Die infolge des Wirtschaftsbooms rasch zunehmende Abfallmenge liegt in Irland bei über 43 Mio Tonnen im Jahr, wovon lediglich 18 Prozent verwertet werden", so Dückelmann-Dublany. Nicht nur EU-Regelungen, sondern auch das Image der "grünen Insel", das unter allen Umständen bewahrt werden soll, trägt zu einer Dynamisierung des Umweltschutz-Prozesses bei.

Eine intensive Beteiligung österreichischer Firmen an der "Umweltoffensive" in Irland würde den Außenhandel mit Irland weiter ankurbeln. 1997 stiegen die heimischen Ausfuhren nach Irland von 1,3 Mrd auf rund 1,6 Mrd Schilling um etwa 22 Prozent an, errechnete das WHIS (Welthandels-Informationsservice) der Wirtschaftskammer Österreich in seiner neuesten Projektion. Die wichtigste Warengruppe stellte dabei Maschinen und Fahrzeuge dar. Insbesondere lieferte Österreich verstärkt elektrische Maschinen und Geräte, Metallbearbeitungsmaschinen, Transportmittel sowie Büro- und EDV-Maschinen in die irische Republik. Kräftiger Zuwachs konnte auch bei Textilien, Metallwaren und Software verzeichnet werden.

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