Weinzinger: "Landeshauptmann Pröll verschläft Einwendungsfrist gegen Dukovany

Scharfe Kritik der Grünen an NÖ-Anti-Atom-Politik

Wien, 5.3.1998 (OTS) - Nur mehr drei Tage läuft die Einwendungsfrist gegen die geplante Ausweitung des tschechischen Atommüll-Lagers Dukovany. "Die niederösterreichische Landesregierung hat ihre Vogel-Strauß-Politik in der Anti-Atomfrage während der letzten zwei Wochen konsequent fortgeführt. Landeshauptmann Pröll ist anscheinend nnicht bereit, endlich Aktivitäten gegen diese Zeitbombe unmittelbar vor Niederösterreichs Grenze zu setzen", kritisierte heute die Grüne Spitzenkandidatin für die NÖ-Landtagswahlen, Brigid Weinzinger. "Stattdessen hört man, die Grüne Einwendungskampagne gegen Dukovany sei ein reiner Wahlkampfgag. Man muß sich wirklich langsam fragen, ob LH Pröll den Ernst der Situation erkennt und die Gefahren, die das bestehende AKW und eine Erweiterung des Zwischenlagers mit sich bringen", betont Weinzinger weiter. ****

"Salzburg, Wien, Innsbruck, Linz und das Land Oberösterreich haben bereits klare Maßnahmen gesetzt. Salzburg etwa erteilt der internationalen Bürgervereinigung die Vollmacht, die Interessen des Bundeslandes zu vertreten. Wien hat eine Resolution einstimmig verabschiedet, in der sich Vertreter aller Fraktionen gegen den Ausbau des Zwischenlagers aussprechen und Beteiligung Wiens am laufenden UVP-Verfahren fordern. Selbst in Innsbruck hat der Gemeinderat die Bundesregierung aufgefordert, in der Atommüll-Frage endlich aktiv zu werden.

"Wir fordern Landeshauptmann Pröll auf, die letzten Tage der Einwendungsfrist zu nutzen und endlich gegen das Atommüll-Lage aktiv zu werden. Es geht nicht um Panikmache, sondern darum, daß gemeinsam vehemente Schritte gegen die Bedrohung vor unserer Haustür gesetzt werden", appelliert Weinzinger. Retz im Waldviertel liegt nur etwa 35 Kilometer von den tschechischen Schrottreaktoren entfernt. Welche Gefahren von den AKW-Meilern ausgehen, beiweist eine Studie des Ökologie-Instituts, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde. "Wenn bei einem Unfall nur aus 5 Atommüllbehältern 1 % des radioaktiven Inventars freigesetzt würde, wären grenznahe Regionen Österreichs um ein Vielfaches stärker kontaminiert als vergleichsweise nach Tschernobyl", zitiert Weinzinger die Experten. Am 11. März werden die Einwendungen übergeben - "jede weitere Unterschrift unterstützt das Gewicht der Internationalen Bürgervereinigung." Postkarten können noch in allen Grünen Landesbüros angefordert werden (St. Pölten 02742-310 660).

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