Umgehung der Apotheken bei Impfaktion ist nicht zielführend

Impfaktionen ohne Apothekenbeteiligung verschwenden Geld und heben die Durchimpfungsrate nicht

Bad Hofgastein, 8.3.1998 (OTS) - "Eine Umgehung der Apotheken bei der neuen landes- und bundesweiten Impfaktion ist nicht zielführend. Eine Hebung der Impfrate ist sicher nur zu erreichen, wenn der Gratisimpfstoff auch in jeder Apotheke erhältlich ist", sagt der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, am Rande der 31. Wissenschaftlichen Fortbildungstagung in Bad Hofgastein. Die Apotheker könnten die Impfstoffe über ihr flächendeckendes Netz über das ganze Land anbieten. 1.050 Apotheken stehen somit rund 180 Bezirkshauptmannschaften gegenüber, die nach den bisherigen Plänen die Verteilung übernehmen sollten. ****

Cabana verweist darauf, daß bei Impfaktionen, die bisher unter Einbindung der Apotheken erfolgt sind, wie z.B. bei der Zeckenimpfung, Durchimpfungsraten von 75 Prozent und mehr erzielt werden konnten. "Das war bei Impfaktionen, die ohne Einbindung der Apotheken abliefen, nie der Fall. Mit Apotheken kann eine Verschwendung vermieden und genaue Impfstatistiken erstellt werden", sagt Cabana.

Impfung für Patienten gratis, Hersteller, Ärzte und Apotheker

erhalten vom Land einen Kostenbeitrag

Die Hersteller der Impfstoffe und die Ärzte erhalten ihre Leistungen im Rahmen der Aktion abgegolten, so Cabana, "die Apotheker verlangen für ihr Handling der Impfstoffe - Lagerung, Kühlung, Beratung der Kunden, zentrale Abrechnung und Erstellung einer Impfstatistik, womit die Verwaltung von Bund und Ländern von einer aufwendigen, bürokratischen, aber notwendigen Arbeit entlastet wären - einen geringen Kostenbeitrag. Dieser wird aber nicht von den Patienten bzw. den Eltern bezahlt, sondern, so wie der Impfstoff und das Arzthonorar, von der öffentlichen Hand. Insgesamt stellen Bund und Länder rund 120 Millionen Schilling für die Impfaktion zur Verfügung, mit dem Ziel, die in Österreich sehr niedrige Durchimpfungsrate endlich zu heben. So gibt es z.B. in Wien immer noch mehr Fälle von Masern als in den gesamten USA, Finnland gilt überhaupt als masernfrei.

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