Bauer: Die Verfassung der Frauen – Internat. Frauentag ist Zeit der Bilanz

Niederösterreich, 8.3.98 (NÖI) "Der Welt-Frauentag ist jedes Jahr Zeit für Bilanz und Vorschau. Wesentliche Forderungen der Frauen konnten erreicht, andere in Verhandlungen weit fortgeführt werden. Die Verhandlungen zum Frauenvolksbegehren gehen in die Zielgerade und die innerparteiliche Diskussion über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Frauen in Österreich konnte gegenüber den - anfangs teilweise skeptischen – Kollegen erfolgreich abgeschlossen werden", so die VP-Frauenchefin und NÖ-Nationalratsabgeordnete Rosemarie Bauer in einer
Stellungnahme.****

Wesentliche Forderungen stehen aber noch auf dem
Arbeitsprogramm: Anläßlich einer Pressekonferenz präsentierte Bauer 3 Forderungen, die nur einen Teil eines umfassenden Maßnahmenkataloges repräsentieren.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesverfassung: Durch die explizite Aufnahme der Frauen und die Zulassung von Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit durch Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten soll dem Gleichheitsgrundsatz des Art. 7 Abs. 1 B-VG mehr Bedeutung gegeben werden.

Der Versorgungsausgleich bei Scheidung: Frauen übernehmen auch gegenwärtig mehrheitlich die Kindererziehungs- und Haushaltsführungspflichten und sind dadurch im selbständigen Erwerb von pensionsbegründenden Zeiten stark eingeschränkt. Geht eine Ehe, aus welchen gründen auch immer, in Brüche, sollte nicht nur Sachvermögen sondern auch geldwerte Alterssicherung geteilt werden.

Die Neubewertung der Arbeit: In der Beseitigung der direkten
und indirekten Lohndiskriminierung von Frauen liegt ein zentraler Ansatzpunkt für eine Gleichstellungspolitik, der es um eine Vereinheitlichung der Arbeits- und Lebenschancen der Geschlechter geht.

Abschließend betonte Bauer, daß sich heute – 80 Jahre nachdem das Wahlrecht für Frauen geschaffen wurde und 80 Jahre nachdem Hildegard Burian, die erste christlich-soziale Abgeordnete, als Pionierin für die soziale Absicherung der Frauen aufgetreten ist, sich nur die Formulierung, leider aber nicht die Forderung
geändert hat –
1918: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – 1998: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit.

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