Erziehen wir unsere Kinder zu Monstern?

Kinderbetreuung braucht Qualität

St.Pölten (NLK) - Kinderbetreuung braucht Qualität und die Zusammenarbeit von Eltern und Pädagogen. Das war der einhellige Tenor der Experten bei der Enquete "Erziehen wir unsere Kinder zu Monstern?", die heute vormittag in Leopoldsdorf abgehalten wurde
und sich mit der Kinderbetreuung befaßte. Landesrätin Traude Votruba meinte, das hohe Ausbildungsniveau der Kindergärtnerinnen würde die beste Grundlage für eine qualitative Kinderbetreuung sein. Gerade Kleinkinder müßten bestmöglich gefördert werden. Votruba forderte außerdem, die Nachmittagsbetreuung wieder attraktiver zu machen: "Die derzeitige Form wird von den Eltern nicht angenommen und ist auch für die Beschäftigung von Kindergärtnerinnen nicht optimal". Die Psychotherapeutin Dr. Rotraud Perner regte an, daß Pädagogen die Eltern bei der Erziehung unterstützen sollten. Für eine erfolgreiche Kommunikation in der Familie brauche man oft einen "Dolmetscher". Kinderpsychotherapeut Dr. Helmuth Vigdor übte teilweise Kritik an der Betreuung im Kindergarten. Kindergartenpädagogik dürfe sich nicht in Gruppendidaktik erschöpfen, sondern habe die Aufgabe, mit den Schwierigkeiten und Problemen der Kinder fertigzuwerden. Die Kindergartenpädagoginnen sollten zudem mehr auf "schwierige
Kinder" eingehen und sich auch mehr Zeit für die Eltern nehmen. Wolfgang Biedermann, diplomierter Sexualberater, meinte, Aggressionen der Kinder könnten durch das gezieltere Wahrnehmen ihrer Bedürfnisse eingedämmt werden. Mehr Engagement und Rücksichtnahme der Eltern würde dazu führen, daß Kinder ihre Fähigkeiten erproben und Konflikte besser lösen könnten.

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