LIF-Hecht zum Frauentag: Chancengleichheit für Frauen "verpfuscht"

Wiener Liberale Klubchefin fordert neue Wege zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (OTS) Gabriele Hecht, Klubvorsitzende der Wiener Liberalen, erinnerte heute anläßlich des internationalen Tages der Frau, der am 8. März "gefeiert" wird, daran, daß auch nach mehr als acht Jahrzehnten - 1911 war der erste Frauentag - die Anliegen und Forderungen der Frauen sich nur unwesentlich geändert hätten.

"Mehr Chancen bei der Verwirklichung politischer Ziele, Recht auf Arbeit und gleiche Löhne, ein Ende der Diskriminierung am Arbeitsmarkt: Die Probleme der Frauen sind prinzipiell die gleichen geblieben", so Hecht, alle Ankündigungen der Regierung seien Schall und Rauch geblieben.

In Wien liege die Frauenerwerbsquote mit über 60 Prozent zwar höher als in den anderen Bundesländern Österreichs, allerdings verdienen die Frauen immer noch bis zu vierzig Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Der Anteil der Frauen mit 63 Prozent an den geringfügig Beschäftigten sei deshalb so hoch, weil Frauen aufgrund ihrer Familiensituation oft auf flexible Arbeitsverhältnisse angewiesen seien. Umso schlimmer würden die Frauen nun auch von der unsinnigen Werkvertragsregelung getroffen, meinte Hecht. Diese verhindere durch bürokratische Auflagen und eine ungerechtfertigte Mehrbelastung der Kosten menschlicher Arbeitskraft flexible Formen von Beschäftigung und den Sprung in die Selbständigkeit. Dafür werden viele unternehmerische Initiativen in die Schattenwirtschaft abgedrängt.

"Alle Lippenbekenntnisse zur Förderung der Selbständigenquote, die insbesondere bei Frauen zu gering ist, werden durch solche gesetzlichen Maßnahmen konterkariert", meinte Hecht.

Einen wesentlichen Impuls zur Schaffung legaler Arbeitsplätze im Bereich der privaten Dienstleistungen sieht Hecht, im erlernten Beruf Steuerberaterin, in der steuerlichen Absetzbarkeit von Dienstleistungen im Haushalt. Dies hätte neben dem positiven Beschäftigungseffekt und der Verhinderung von Schwarzarbeit auch einen wesentlichen frauenpolitischen Vorteil: Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf sei für Frauen nicht eine Frage der Kinderbeihilfe, sondern in erster Linie eine Frage des Angebotes an qualifizierter Kinderbetreuung. Öffentliche und private Kindergärten decken nur einen Teil dieses Bedarfs ab, gerade für Kinder unter drei Jahren sei die Situation völlig unbefriedigend.

Für das Steueraufkommen des Staates sieht Hecht in diesem Zusammenhang ein Nullsummenspiel: Die Ersparnis bei der Einkommensteuer werde durch die Lohnabgaben und Sozialversicherungsbeiträge für die dann legal Beschäftigten kompensiert. "Dies ist gleichzeitig eine Chance für viele Frauen, die derzeit in illegalen Beschäftigungsverhältnissen als Haushaltshilfen arbeiten, zu einer sozialen Absicherung und zu Pensionsansprüchen zu kommen", meinte Gabriele Hecht abschließend.

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