VOTRUBA : QUALIFIZIERTE BETREUUNG FÜR UNSERE KINDER

Enquete "Kinder-Qualität-Betreuung" mit Dr. Perner in Leopoldsdorf

St. Pölten (SPI) Das hohe Ausbildungsniveau unserer Kindergärtnerinnen ist die beste Grundlage einer qualitativ hochwertigen Betreuung unserer Kinder. Wir verfügen in Niederösterreich über moderne, kindgerechte Kindergärten mit einer hervorragenden Infrastruktur - moderneste Gruppenräume, Spielplätze, viele verfügen über kleine Turnsäle, neue und pädagogisch wertvolle Spielsachen, ect..-, die mit einem Milliardenaufwand errichtet wurden und erhalten werden. Wir haben immer mehr Mütter und Eltern, die dringend einen Betreuungsplatz
am Nachmittag oder nach dem Ende der Karenzzeit brauchen und
wollen. Und wir haben immer mehr arbeitslose Kindergärtnerinnen, die dringend Beschäftigung suchen - und bilden laufend neue aus. Mit einer Beschäftigungsinitiative in den Kindergärten könnten wir all diese Probleme lösen und den kleinsten und kleinen Landesbürgern und ihren Eltern eine bestmögliche Förderung angedeihen lassen, erklärte Landesrätin Traude Votruba Freitag bei der Enquete "Kinder-Qualität-Betreuung" im Kinderparadies Leopoldsdorf bei Wien, in deren Mittelpunkt Referate der bekannten Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin Univ.Prof.Mag.Dr. Rotraud Perner, des Analytikers und Kinderpsychotherapeuten Univ.Doz.Dr. Helmut Figdor sowie des diplomierten Sexualberaters Wolfgang Biedermann standen.

Gerade die Betreuung von Kleinstkindern sowie von Kindern,
die längere Zeit im Kindergarten sind, verlangt eine fundierte Ausbildung, um eine bestmögliche Förderung der Kinder zu gewährleisten. "Die kindliche Entwicklung ist nicht nach Stunden einzuteilen, sondern ein laufender Prozeß, in dem sich Lern-,
Ruhe- und Spielphasen abwechseln. Je besser die betreuende Person geschult ist, desto kindbezogener kann sie den Bedürfnissen Rechnung tragen. Es ist also mehr als naheliegend, diese Aufgabe
den dafür umfassend ausgebildeten Kindergärtnerinnen anzuvertrauen", stellte die Landesrätin klar. Darüberhinaus ist es in einer Zeit, in der sich der Trend hin zur Einkindfamilie immer mehr verstärkt, besonders wichtig, daß die Kinder im Rahmen einer Gruppe die sozialen Spielregeln lernen, das "sich Durchsetzen" ebenso wie das "Einfügen" in der Gruppe. "Damit erfüllen sowohl die Kinderkrippen als auch die Kindergärten eine ganz wichtige, familienergänzende Aufgabe mit einer sehr weitreichenden pädagogischen und sozialpädagogischen Bedeutung", unterstrich Votruba.

Obwohl der Betreuungsbedarf in den Nachmittagsstunden ständig steigt, sind die Besuchszahlen in den Kindergärten rückläufig -von 5211 Kindern im Kindergartenjahr 1996/97 auf 4564 Kinder 1997/98, also von 11,3 auf 9,9 Prozent aller Kindergartenkinder. "Was ein deutlicher Hinweis darauf ist, daß wir die Nachmittagsbetreuung attraktiver gestalten müssen, da die derzeitige Regelung von den Eltern nicht angenommen wird. Ich sehe hier einen klaren Handlungsbedarf, der in einer Beschäftigungsoffensive in den Kindergärten seinen Niederschlag finden muß", forderte Votruba.

Land muß Kindergärtnerinnen zur Verfügung stellen

Denn allein heuer mußten 453 beim Land um Beschäftigung ansuchende Kindergärtnerinnen abgewiesen werden, davon 208 Schulabgängerinnen. "95 Kindergärtnerinnen haben eine neue Anstellung gefunden, allerdings samt und sonders Schulabgängerinnen. Jene bestausgebildeten Frauen, die nach der Karenzpause wieder in ihrem Beruf arbeiten wollen, hatten also
heuer keine Chance", kritisierte Votruba. Das Land soll deshalb
den Gemeinden Kindergärtnerinnen für die Nachmittagsbetreuung analog den Vormittagsregelungen zur Verfügung stellen, gleiches gilt für den Bereich der Kinderkrippen. Für private Initiativen und Vereine muß auf alle Fälle eine gleichwertige Förderung geschaffen werden, forderte die Landesrätin.

Nur mit einer Attraktivitätssteigerung der Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten und der geförderten Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Kinderkrippen werden wir den Betreuungsbedarf abdecken können. "Und nur dann werden die Eltern eine wirkliche Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Berufstätigkeit und der Betreuungsform für ihre Kinder haben", stellte Votruba klar.

Die eindeutige Bevorzugung des Tagesmüttermodells durch das Land ist abzulehnen, weil es die Entscheidungsfreiheit der Eltern einschränkt. Dem Vorteil einer persönlicheren Betreuung stehen die Nachteile der deutlich geringeren Qualifikation, der schlechteren Infrastruktur in den Wohnungen gegenüber den Kindergärten sowie der sozialrechtlichen Mängel für die Tagesmütter gegenüber. "Nach 15 Jahren gibt es rund 1.400 Tagesmütter, jetzt verspricht die ÖVP plötzlich 5000 weitere in 5 Jahren. Mit diesem unrealisierbaren Versprechen ist niemandem gedient", hob die Landesrätin hervor.

Es ist auch mehr als seltsam, wenn einerseits
bestausgebildete Kindergärtnerinnen arbeitslos herumsitzen und gleichzeitig die schlechter ausgebildeten Tagesmütter so forciert werden. Trotzdem bekennen wir uns dazu, daß die Eltern selbst entscheiden können müssen und Tagesmütter auch überall dort von Bedeutung sind, wo die Schaffung von Kinderkrippen und -gärten nicht möglich oder sinnvoll ist", so Votruba, die abschließend die volle sozial- und pensionsrechtliche Absicherung der Tagesmütter sowie die Schaffung eines normierten Berufsbildes mit vorgeschriebenen Ausbildungen forderte.
(Schluß)nk/ns

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200

Landtagsklub der SPÖ NÖ

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI