HÖGER : DANK AN HOSTASCH FÜR ENTSCHEIDENDE UNTERSTÜTZUNG

Ohne gemeinsames Engagement wäre Ergee-Rettung unmöglich gewesen

St. Pölten (SPI) Ohne das Engagement von Sozialministerin
Lore Hostasch wäre die Rettung der Ergee in Schrems unmöglich gewesen. Ihre sofortige Unterstützungszusage seitens des Bundes
und die Bereitschaft zur Haftungsübernahme hat den Kauf durch die GBI (Gesellschaft zur Beteiligung an Industrieanlagen des Bundes) ermöglicht und damit die Absicherung von weit über 400 Arbeitsplätzen. Damit hat Lore Hostasch bewiesen, daß bei den Sozialdemokraten Reden und Handeln zusammenstimmen, bedankte sich Landeshauptmannstv. Ernst Höger Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Sozialministerin in der
"Felten & Guilleaume" Schrems bei Lore Hostasch. "Diese enge Zusammenarbeit mit dem Bund - hier vor allem dem
Sozialministerium -, und dem AMS hat in den letzten Jahren ganz wesentlich dazu beigetragen, daß wir tausende Arbeitsplätze retten konnten. Der Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz hat sich also bewährt", betonte Höger.

Kampf um jeden Arbeitsplatz heißt, sich je nach der Situation des jeweiligen Betriebes, seiner Ressourcen, Möglichkeiten und bietenden Chancen, oft unorthodoxe Lösungen einfallen zu lassen,
um die Betriebe zu retten. "Denn wo einmal zugesperrt ist, wird nicht wieder aufgesperrt. Hätten wir damals auf die lakonischen Kommentare, daß ‘man die wirtschaftliche Realität eben zu Kenntnis nehmen muß’ oder ‘Freisetzungen und Standortstillegungen gehören eben zur Wirtschaft’ gehört und resigniert, hätten wir tausende Arbeitsplätze weniger, wie das Beispiel Ergee, nur wenige hundert Meter von der Felten & Guilleaume entfernt, zeigt", betonte Höger.

Insgesamt hat dieser Einsatz die direkte Rettung von rund
5.500 Arbeitsplätzen und damit mittelbar von über 12.000 Beschäftigungen gebracht - allein im Triestingtal ist jeder zweite Industriearbeitsplatz auf das konsequente Bemühen Högers zurückzuführen : 1.400 von 2.800 industriellen Arbeitsplätze. "Die Methoden der Rettung waren immer verschieden, gleich war freilich immer das beispielgebende Zusammenwirken von AK, ÖGB, AMS und den Förderstellen und zuständigen Ministerien des Bundes", erinnerte Höger. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz ist auch nicht immer zu gewinnen, wie die ÖSPAG gezeigt hat, aber "wer eine Rettung nicht versucht, der hat schon verloren. Die Arbeitsplätze sind zu wichtig, um sich nur ‘bestellte Siege’ abzuholen und nur wer sich einsetzt, kann sich auch durchsetzen", stellte Höger klar.

Freiwerdende Arbeitslosengelder zur Beschäftigung nutzen

Durch die Erfolge unseres Kampfes um jeden Arbeitsplatz, das "Greifen" der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des AMS, das "Anziehen" der Konjunktur und die damit verbundenen Beschäftigungseffekte sowie der massierten Investitionstätigkeit des Landes, wo allein im Wohnbaubereich ein Volumen von 16 Milliarden Schilling mit Frühjahrsbeginn bauwirksam werden wird, kann von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich im heurigen Jahr ausgegangen werden. Die damit freiwerdenen Mittel aus der Arbeitslosenunterstützung sollen und müssen durch eine Neuverteilung für eine aktive Beschäftigungspolitik genutzt werden, forderte der Landeshauptmannstv. "Unser Ziel ist es, die Arbeit und nicht die Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Denn es genügt nicht den Menschen Geld in die Hand zu geben, aber ihnen gleichzeitig zu erklären, daß man sie eigentlich nicht braucht. Arbeit gibt es in unserer Gesellschaft genug, wir müssen sie nur finanzieren. Ziel ist eine weitestgehende Vollbeschäftigung, die
in Niederösterreich erreichbar ist", unterstrich Höger. Möglichkeiten dafür bieten sich in den Gemeinden ebenso wie im Sozial- oder Umweltbereich.

Das AMS-NÖ hat in den vergangen Jahren beispielgebende Arbeit geleistet, wobei etwa der größte Qualifikationsverbund Mitteleuropas im Triestingtal mit 23 Betrieben und über 2.500 Beschäftigten, das Projekt Startbahn in Bad Vöslau, wo wir morgen die Tischlerei und die Großküche eröffnen und schon über 70 Menschen Beschäftigung gefunden haben, Transjob im Amstetten oder die Lehrlingsoffensive hervorzuheben sind. "Dennoch wurden von 6,3 Milliarden 5,2 als Arbeitslosengelder und ‘nur’ 1,1 Milliarden für Beschäftigungsprojekte ausgegeben. Das zeigt das momentane Ungleichgewicht. Mit sinkender Arbeitslosigkeit werden nun Gelder frei, die wir für Beschäftigungsprojekte verwenden können", betonte Höger, der die notwendige Gesetzesänderung auf Bundesebene urgierte.

Neue Wege der Berufsausbildung

Allein das AMS-NÖ gibt jährlich im Zuge der Lehrlingsoffensive rund 160 Millionen Schilling aus, was innerhalb der nächsten Jahre einen "Kraftakt" von fast einer halben
Milliarde Schilling ausmacht. "Ein derartiger Kraftakt ist aber
nur einmal möglich. Wenn die Wirtschaft trotz dieses gewaltigen Impulses ihrer Verantwortung zur Ausbildung noch immer nicht in ausreichendem Maße nachkommt, werden wir neue Wege der Berufsausbildung einschlagen", stellte der Landeshauptmannstv.
klar. Denn Betriebe wie Felten & Guilleaume, die derzeit 40 Lehrlinge ausbildet, werden trotz der Ausbildungsoffensive der Bundesregierung und dem Lehrlingspaket, das die Berufsausbildung für die Betriebe so kostengünstig wie noch nie macht, immer seltener, hob Höger hervor.

Zu den neuen Wegen in der Berufsausbildung gehört die Schaffung neuer zwischen- und überbetrieblicher Lehrwerkstätten, eine neue Form der Berufsfachschule, deren Abschluß mit der Lehrabschlußprüfung gleichgestellt werden soll, das Nutzen von Einrichtungen der Erwachsenbildung für Jugendausbildungszwecke,
wie etwa über das BFI und einiges mehr. "Die Finanzierung soll über einen Berufsausbildungsfonds erfolgen - der in Niederösterreich bereits einmal ausverhandelt war - und von nichtausbildenden Betrieben gespeist wird. Jeder Jugendliche muß
in einem Aus-, Weiterbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis stehen, denn es geht nicht an, daß die Zukunft unseres Landes, unsere Jugendlichen, ihren Einstieg in die Arbeitswelt mit Arbeitslosigkeit beginnen", betonte der Landeshauptmannstv.

Modelle wie die "Anlehre" oder die "Kurzlehre", die keine berufliche Qualifikation darstellen, sind abzulehnen, würden sie doch in eine Sackgasse führen. "In einer Zeit permanenter Weiterentwicklung ist jeder Stillstand bereits ein Rückschritt
und man sich unschwer ausrechnen, was ein, zwei oder gar drei verlorene Jahre für einen jungen Menschen und seine Zukunft bedeuten würden", schloß Höger.
(Schluß)nk/ns

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200

Landtagsklub der SPÖ NÖ

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN