Prokop präsentiert 4-Punkte-Programm gegen Kindesmißbrauch

Schwerpunkt in Prävention und Aufklärung - Härtere Strafen

Niederösterreich, 4.3.1998(NÖI) "Prävention und Aufklärung", nennt Landeshauptmann-Stellvertreter Liese Prokop als
Schwerpunkte beim Kampf gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern,"aber auch strengere Strafbestimmungen wären dringend notwendig." Auf Basis der im Herbst 1997 ins Leben gerufenen "Plattform gegen sexuelle Gewalt" wurde von Prokop ein 4-Punkte-Programm geschnürt.****

Zt.: Psychologen als "Prozessbegleiter"

Als völlig unbefriedigend sieht Prokop die Tatsache, daß von den angezeigten Tätern nur 1/3 bestraft wird. Um diese Zahl zu erhöhen, sollen die betroffenen Kinder einen erfahrenen
Psychologen als "Prozessbegleiter" zur Verfügung gestellt
bekommen. Viele Kinder ziehen aus Angst oder Scham ihre vorher getätigten Aussagen während des Gerichtsprozesses zurück. Dies soll durch die professionelle Betreuung verhindert werden.

Zt.: Hilfe für Kinder durch Rollenspiele

Fachleute werden in Volksschulen und auch Kindergärten Videofilme, Gesprächsrunden und auch verschiedene Rollenspiele durchführen. Die Kinder sollen so auf einfache und teils spielerische Art ihren eigenen Körper, die Sexualität und ihr Recht, Nein zu sagen, kennenlernen.

Zt.: Kinder und Jugendschutzzentren nach Vorbild MÖWE

Als erste Sofortmaßnahme soll im Industrieviertel ein
"Kinder - und Jugendschutzzentrum" nach dem Modell MÖWE in St. Pölten eingerichtet werden. In weiterer Folge wären in allen Regionen derartige Einrichtungen wünschenswert. Diese
Infostellen müssen vernetzt werden und dienen in erster Linie
der Beratung und Aufklärung.

Zt.: Aufklärungsarbeit bei den Eltern und Notruftelefon

Parallel zur Information der Kinder wird auch
Aufklärungsarbeit bei Eltern und Lehrern geleistet. Diese
werden in erster Linie darüber informiert, an wen sie sich bei einschlägigen Fragen wenden können und wie sie auf bestimmte Situationen im Zusammmenhang mit sexuellem Mißbrauch am besten reagieren. Aus diesem Grund wird im Kinderschutzzentrum MÖWE
auch ein Notruftelefon eingerichtet.

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