Neue "Killerhunde-Verordnung" droht

Tierhilfswerk Austria kritisiert "Hunderassismus"

Wien (OTS) - In der Steiermark galt seit dem 28. Juni 1993 eine Verordnung über "gefährliche Hunde", nach der die Tiere nur wegen ihrer Rassezugehörigkeit angefeindet wurden. Der Verfassungsgerichtshof hob diese Verordnung mit 30. April 1998 auf. Steirische Politiker arbeiten aber bereits an einer neuen Version dieser absurden Verordnung. Und auch in Wien werden Stimmen nach einem "Killerhunde-Gesetz" laut.

Die steirische Verordnung von 1993 untersagte die Haltung folgender Rassen und deren Mischlingen: American Staffordshire Terrier, Bordeaux Dogge, Bullterrier, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Mastino Napoletano, Rhodesian Ridgeback, Rottweiler sowie Bandog und Pitbull Terrier. Neuanschaffungen besagter Rassetiere waren nur bei Personen oder Gebäuden mit "erhöhtem Schutzbedürfnis" erlaubt. Für die Besitzer bereits gehaltener Tiere wurde eine Art Psychotest verlangt.

Mag. Alexander Willer, Hundereferent des Tierhilfswerk Austria:
"Es gibt keine Hunderasse, die per se "gefährlich" ist. Erst durch das Zusammentreffen diverser Faktoren in der individuellen Entwicklung des Einzeltiers kann es zu einem unnatürlichen Aggressionsverhalten kommen, an dem in den meisten Fällen der Mensch Schuld trägt. Das Problem befindet sich also am hinteren Ende der Leine."

Willer weiter: "Gefahren, die von Hunden ausgehen, sind rasseneutral und müssen individuell erfaßt werden."

Christian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Man kann es schon nicht mehr hören: wieder einmal geistert der Begriff 'Killerhunde' durch die Printmedien. Schon hundertmal wurde dieser Terminus von sehr profunden und kompetenten Leuten ad absurdum geführt. Aber mit den Dingen, die man mit diesem Wort assoziiert lassen sich halt billig Boulevardschlagzeilen machen. Der Rassismus, durch ein Ventil gepreßt, welches nicht zu sofortiger Abklassifizierung als rechtsradikal führt, feiert fröhliche Urständ. Es sind ja nur Hunde!"

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Mag. Alexander Willer
Tierhilfswerk Austria
Tel.: 02243/229 64,
Fax: 02243/229 66

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