Gehrer: Schulbuchreform öffnet Weg für sinnvolle Wiederverwendung

Wien (OTS) "Mit der Schulbuchreform 1998 ist ein wesentlicher Fortschritt gelungen: Die Schulbuchaktion neu öffnet den Weg für eine sinnvolle Wiederverwendung der Schulbücher, erhöht den Deckungsgrad mit Schulbüchern pro Schüler und bedeutet ein Ende der Wegwerfmentalität. Sie öffnet zudem den Weg zu alternativen Unterrichtsmate-rialien und neuen Medien, erlaubt die Einrichtung moderner Schul-bibliotheken und gibt dem Schulbuch durch den Verschwendungsstopp ein neues Image." Das sagte heute, Montag, Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Familienminister Dr. Martin Bartenstein. ****

Aufgabe des Schulbuchs:

"Das Schulbuch soll in Zukunft den Unterricht des Lehrers unterstützen und ergänzen, es kann ihn keinesfalls ersetzen. Das Schulbuch ist nicht der Lehrplan, es muss die Flexibilität der Lehrmethoden unterstützen und kann nicht den Unterricht
bestimmen", so Gehrer.

Das Schulbuch müsse kein Lexikon sein, das alle Details vermittelt. Das setze den Mut von Auto-ren und Verlagen voraus,
sich auf Wesentliches zu beschränken. Auch im Schulbuch gehe es nicht um enzyklopädisches Detailwissen, sondern um die Vermittlung von exemplarischem Lernen. "Das Zukunftsbild sieht einen Schüler, der ergänzend zum Buch über das Internet Zusatzinformationen einholt und mit einer geeigneten CD-Rom sein Wissen festigt", so
die Ministerin. Sie erleichtern auch das fachübergreifende, vernetzte Lernen. Zahlreiche Verlage haben in den letzten Jahren bereits die Chance genützt, in die Produktion neuer Unterrichtsmaterialien einzusteigen.

"Dieser Weg wird mit dem Ausbau der Schulbibliotheken zu
modernen Lernzentren unterstützt. Ziel ist es, den selbstständigen Lernprozess des Schülers zu stärken", sagte die Ministerin.

Die Schulbücher der Zukunft müssen auch den Entwicklungen der neuen Lehrpläne, wie wir sie bis 1999 an den Schulen einführen, entgegenkommen. Einzelne Schulbücher bieten schon jetzt eine sehr klare Trennung in Kern- und Erweiterungsbereiche.
(Lehrplanreformen bedeuten nicht notwendigerweise auch eine neue Herausgabe von Schulbüchern).

Das Unterrichtsministerium wird die Approbationsverordnung für die Schulbücher verändern: Die Gutachterkommissionen werden übergreifender arbeiten und werden um ein Drittel reduziert (derzeit zirka 180 Personen).

Schulbücher müssen künftig altersgemäß fremd-sprachliche Zusammenfassungen oder Aufgabenstellungen und Beiträge einbauen,
um die Zielsetzung der verstärkten Fremdsprachenausbildung zu unterstützen. Darüber hinaus sollen Unter-richtsmittel für den bilingualen Unterricht entwickelt werden. Gerade im Zusammenhang
mit der Wiederverwendung werden Mittel frei werden, um solche Unterrichtsmaterialien für die Schulbibliothek zu erwer-ben. Derzeit können zehn Prozent, ab dem Schuljahr 1999/2000 15 Prozent der Schulbuchgelder für den Kauf neuer Medien verwendet werden. (Schluss)

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MUN/MUN