AK: Neue Jobs mit mehr Umweltschutz-Investitionen

Umweltmaßnahmen sichern Arbeitsplätze und bringen Wettbewerbsvorteile

Wien (OTS) - "Eine Vorreiterrolle im Umweltschutz sichert die Arbeitsplätze und bringt einem Unternehmen Wettbewerbsvorteile.
Die Betriebe brauchen jedoch stärkere Anreize für integrierte Umweltmaßnahmen," meint Thomas Ritt, Umweltökonom der AK Wien, heute, Freitag, bei der Veranstaltung Umwelt und Arbeit. So
verlangt die AK im Rahmen der ökologischen Steuerreform eine Besteuerung von Ressourcen, wobei der Faktor Arbeit entlastet
werden soll. Außerdem besteht in der Umweltwirtschaft durchaus weiterer Investitionsbedarf: AK Berechnungen ergaben, daß bei Investitionen von einer Milliarde Schilling in die Fernwärme oder die Wärmedämmung mit 1.500 bis 1.800 Arbeitsplätzen gerechnet werden kann. ****

In den letzten 20 Jahren entstanden in der Umweltwirtschaft rund 30.000 neue Arbeitsplätze. "Es könnten durchaus weitere Jobs geschaffen werden - zum Beispiel mit Investitionen in die Wärmedämmung oder die Fernwärme," erklärt Thomas Ritt, Umweltökonom der AK Wien. Pro Milliarde Schilling Investitionsausgaben in die Fernwärme, die Wärmedämmung oder in den öffentlichen Verkehr könnten zwischen 1.500 und 1.800 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden, berechnete die AK.

So müßten in die Fernwärme rund 5,2 Milliarden Schilling jährlich investiert werden. Dadurch würden bis zu 9.300 Arbeitsplätze geschaffen, sagt die AK. Bei der Wärmedämmung sieht die AK bei den Bauten der sechziger und siebziger Jahre einen Investitionsbedarf von 4 Millarden Schilling, das würde rund 7.200 Arbeitsplätze bringen. In der Steuerreformkommission werde derzeit über Ressourcensteuern gesprochen - ein Teil der so erzielten Mittel sollte zur Ankurbelung dieser Investitionsprogramme eingeplant werden, schlägt die AK vor

Die AK schlägt weiters vor, den öffentlichen Verkehr rascher auszubauen. Durch eine schnellere Umsetzung könnten pro Jahr zwei bis drei Milliarden Schillling mehr investiert werden, ohne daß
der genehmigte Finanzierungsrahmen gesprengt würde, wodurch 5.400 Beschäftige einen Job bekommen würden.

Umweltschutzansätze fördern
Integrierte Umweltschutzmaßnahmen bringen einem Betrieb betriebswirtschaftliche Vorteile und sichern die Arbeitsplätze. Auch die Beschäftigten profitieren: Die Arbeitsbedingungen verbessern sich, ihre Qualifikationen steigen, die Anzahl der Arbeitsunfälle geht zurück, die Schadstoffbelastungen und der Lärm verringern sich. Meist haben solche Firmen auch höhere
Exportquoten und höhere Marktanteile am Weltmarkt.
+ Die AK fordert daher, daß integrierter Umweltschutz als ein Prinzip der Umweltpolitik wirklich umgesetzt wird.
+ Vorstellbar wären Anreize für integrierte Umweltschutzansätze:
So sollen etwa kleine und mittlere Unternehmen über die möglichen Maßnahmen des integrierten Umweltschutzes besser informiert wrden. Denkbar wäre auch eine Förderung für vorbildliche Betriebe wie eine Auszeichnung oder Zuschüsse für Berater, die informieren, was Umweltmaßnahmen in Firmen betriebswirtschaftlich bringen.
+ Im Rahmen der ökologischen Steuerreform spricht sich die AK auch für Ressorcensteuern aus, wobei der Faktor Arbeit steuerlich entlastet werden soll.

Thema Arbeit fehlt in Konzepten zur Nachhaltigkeit
Die AK hat ferner die Konzepte über "Arbeit und Nachhaltigkeit", die überwiegend auf integriertem Umweltschutz aufbauen,
analysiert. Dabei zeigt sich, daß soziale Aspekte und künftige Beschäftigungsentwicklungen in den vorliegenden Konzepten kaum
eine Rolle spielen. Ebenso fehlen die Lösungsansätze für Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit. Die AK verlangt daher, daß die Konzepte rund um die Nachhaltigkeit unbedingt um soziale Aspekte ergänzt werden. Denn Nachhaltigkeit läßt sich nur dann verwirklichen, wenn sie entsprechend ihrem Grundgedanken als ökologisch und sozial verträglicher Entwicklung umgesetzt wird.

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