AK: Nachträgliche Erhöhung des Reisepreises unberechtigt

AK Musterprozeß: Reiseveranstalter zahlt geforderten Betrag zurück und übernimmt Prozeßkosten

Wien (OTS) - Konsumenten müssen nachträgliche Erhöhungen ihres Reisepreises nicht hinnehmen. Denn: In keinem der aktuellen
Kataloge von 23 von der AK untersuchten Reiseveranstaltern fand
sich eine korrekte Preisgleitklausel, nach der nachträglich Preisänderungen auf den Kunden überwälzt werden könnten. Außerdem stärkt ein Musterprozeß die AK: Unmittelbar nach Einbringung einer AK Klage beim Wiener Bezirksgericht für Handelssachen zahlte der Reiseveranstalter dem Konsumenten den im nachhinhein in Rechnung gestellten Betrag zurück und übernahm die Prozeßkosten. Die AK Konsumentenschützer raten: "Der Mehrbetrag soll nur vorbehaltlich geleistet werden, nach der Rückkehr sollen unbedingt weitere rechtliche Schritte überlegt werden." ****

Reiseveranstalter haben in ihren Katalogen keine gesetzeskonforme Preisgleitklausel. Daher können sie nachträglich Preisänderungen nicht auf die Kunden überwälzen. Das zeigt eine Erhebung der AK von aktuellen Katalogen von 23 Reiseveranstaltern. Preiserhöhungen nach Vertragsabschluß deckt das Konsumentenschutzgesetz in einem sehr eingeschränkten Ausmaß. Beim Reisevertrag ist ein Nachjustieren der Preise nur möglich, wenn sich im Katalog oder Vertrag ein entsprechender Preisänderungsvorbehalt findet. Dieser Vorbehalt muß die konkreten Gründe für die Preiserhöhungen nennen und freilich auch Preissenkungen zugunsten der Konsumenten gewähren. Darüberhinaus muß genau angegeben werden, wie der Preis neu berechnet wird. An diesem Erfordernis mangelt es bei allen überprüften Reiseveranstaltern. "Aufgrund dieser Lücke in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen haben Konsumenten gute Chancen, sich nachträgliche Preisänderungen nicht gefallen lassen zu müssen," erklären die AK Konsumentenschützer.

Rückhalt durch Musterprozeß
Für die AK war eine nachträgliche Preiserhöhung für eine England/Schottland-Reise Anlaßfall für einen Musterprozeß:
Aufgrund von Wechselkursänderungen beim englischen Pfund verlangte ein Reiseveranstalter vom Konsumenten eine nachträgliche Preiserhöhung von rund 2.500 Schilling. In den Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters fand sich dafür jedoch keine ausreichende Rechtsgrundlage. Trotz des Hinweises des Konsumenten beharrte der Reiseveranstalter auf seiner Forderung.
Der Kunde zahlte vorbehaltlich und wandte sich an die AK. Unmittelbar nach Einbringung der AK Klage beim Wiener
Bezirksgericht für Handelssachen änderte der Reiseveranstalter seine Meinung: Er zahlte den Betrag zurück und übernahm die Prozeßkosten.
Da in der Praxis Reiseveranstalter immer wieder dem Konsumenten
die Teilnahme an der Reise verweigern, wenn die geforderte Preiserhöhung nicht bezahlt wird, raten die AK Konsumentenschützer: "Konsumenten sollen diesen Mehrbetrag nur vorbehaltlich bezahlen und nach der Rückkehr von der Reise zurückverlangen."

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