Ägypten-Ausstellung auf Schloß Schallaburg:

Dissertation über koptischen Eremiten aus Wiener Neustadt

St.Pölten (NLK) - Überraschende Erkenntnisse gab es im Vorfeld
der Ausstellung "Ägypten - Spätantike und Christentum am Nil", die vom 25. April bis 26. Oktober auf Schloß Schallaburg gezeigt wird:
Eine der wichtigsten Leihgaben der Ausstellung fand sich in der Niederösterreichischen Landesbibliothek. Es handelt sich um eine
in lateinischer Sprache 1759 in Wiener Neustadt abgefaßte theologische Dissertation über das Leben des Hl. Paulus von
Theben, des ersten koptischen Eremiten. Das Werk ist reich mit Kupferstichen versehen und zeigt koptische Mönche in osmanischer Tracht, Landkarten Ägyptens und kuriose Details aus dem Tierreich:
das "Crocodilus campestris", eine Art "Landkrokodil". Der Hl.
Paulus von Theben soll um 228 in Thebais geboren sein und sich in die Einsamkeit des Gebirges zurückgezogen haben, wo er 90 Jahre lang als Eremit lebte und 112jährig starb. Dargestellt wird er meist im Palmblättergewand mit einem Raben und zwei Löwen, öfters im Gespräch mit Antonius (dargestellt z.B. am Isenheimer Altar von Grünewald). Das nach ihm benannte Kloster befindet sich in der ostägyptischen Wüste.

Der Orden der Pauliner wurde um 1250 nach der Augustinusregel
als ungarische Eremitenkongregation gegründet und besaß in Osteuropa, aber auch in Wiener Neustadt Klöster, dort sogar eine Ordens-Hochschule. 1786 wurden Kloster und Hochschule in Wiener Neustadt durch Joseph II. aufgehoben. Der Autor Matthias Fuhrmann wurde 1690 in Wien geboren und starb 1773. Er machte sich durch
die Neuordnung des Stadtarchivs von Wiener Neustadt verdient und
war zuletzt Ordensgeneral der Pauliner. Die Dissertation, die nunmehr in der Ausstellung auf Schloß Schallaburg gezeigt wird, gibt Auskunft über die Auffassung, die im 18. Jahrhundert vom frühchristlichen Leben der Kopten herrschte.

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