Reststoff Naturstein

Wien (OTS) - Bei der Gewinnung von Natursteinprodukten fallen
große Mengen an Produktionsrückständen an, die bisher nicht oder nur teilweise und nur als geringwertige Produkte vermarktet werden können. Der Großteil dieser Reststoffe muß derzeit unter erheblichem finanziellen Aufwand entsorgt werden, verbunden mit zum Teil empfindlicher wirtschaftlicher Belastung für die Betriebe beziehungsweise zunehmenden Restriktionen bei der Genehmigung konservativer Entsorgungswege.

Zur weitgehenden Schließung von Stoffkreisläufen (Optimierung des Ressourcenverbrauches) und zur wirtschaftlichen Entlastung der Unternehmen sollten in den vom Forschungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FFF) unterstützten Projekt Möglichkeiten der höherwertigen Nutzung aufgezeigt und auf ihre Realisierbarkeit untersucht werden (Steigerung der Wertschöpfung).

In diesem Gemeinschaftsvorhaben, vom Forschungsverein Steine-Keramik initiiert, wird erstmals in Österreich eine Verwertung von Produktionsrückständen flächendeckend für das gesamte Bundesgebiet untersucht. Namhafte Unternehmen aus der Sand-, Kies-, Schotter- und Natursteinproduktion beteiligen sich an dem Projekt. Die umfassenden systematischen Untersuchungen zur Ermittlung des Verwertungspotentials beinhalten die Erfassung materialkundlicher Kennziffern, eine EDV-gestützte Verwaltung von Mengen- und Stoffströmen, die Erstellung von Modellkonzepten zur Computer-Simulation von Materialkombinationen/-veredelungen und die Einbindung aller Ergebnisse in Datenbanken. Als Ergebnis der Forschungsarbeit werden die gesteinskundlichen Untersuchungsergebnisse der als Reststoff anfallenden Materialien den mineralogischen, physikalisch-bodenkundlichen Anforderungen aus den unterschiedlichen Einsatz- und Verwendungsgebieten in übersichtlicher und nachvollziehbarer Form gegenüberstellt. Aus dieser Darstellung sollte für das einzelne Unternehmen die optimale Verwertungsmöglichkeit ersichtlich sein, sofern standortspezifische Materialzusammensetzung bekannt ist. Optionell werden nach Projektabschluß bei Bedarf weiterführende Beratungen auf betrieblicher Ebene angeboten, um eine weitestgehende und optimale Nutzung aller gewonnenen Rohstoffe sicherzustellen - einerseits im wirtschaftlichen Interesse der Betriebe, andererseits zur künftigen Sicherung der nationalen und internationalen Rohstoffversorgung.

Durch die Erweiterung der Absatzmöglichkeiten und der Produktpalette sowie einen zufolge der besseren Auslastung optimierten Personal-, Energie- und Geräteeinsatz sollte das operative Betriebsergebnis der beteiligten Unternehmen verbessert werden. Dieses Ziel wird durch die Einbindung des in den Betrieben vorhandenen hohen technischen Wissens und die interdisziplinäre Zusammensetzung des Projekt-Teams angestrebt. Universitätsinstitute haben ihre Mitarbeit in Form einer wissenschaftlichen Betreuung von Diplomarbeiten und Dissertationen zugesagt.

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Research Centers (Österr. Forschungs-
zentrum Seibersdorf)
Dipl.Ing. Reinhold Scheiber
Tel.: 02254-780-2667,
e-mail: reinhold.scheiber@arcs.ac.at

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