News veröffentlicht vertrauliche Bankunterlagen zum Kaufvertrag

Steyr-Verkaufserlös um 493 Millionen geschmälert

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin News eröffentlicht in seiner morgen erscheinenden Ausgabe vertrauliche CA-Unterlagen zum Verkauf des Steyr-Konzerns an die Magna-Gruppe des Austro-Kanadiers Frank Stronach. Wie aus den CA-Unterlagen hervorgeht, erlöst die Bank beim Verkauf von 66 Prozent der Steyr Daimler Puch AG und 50 Prozent der Steyr Fahrzeugtechnik in Graz um mehrere hundert Millionen Schilling weniger, als den von Magna genannten Kaufpreis in Höhe von 3,54 Milliarden Schilling. Unter anderem muß die CA auch nach dem Verkauf noch jahrelang in Oberösterreich aufkommen.

Laut News hat sich die CA verpflichtet, bis zum Jahr 2000 Verluste bei der schwer defizitären Steyr-Antriebstechnik bis zu einem Betrag von 250 Millionen Schilling auszugleichen. Mit weiteren 75 Millionen haftet die CA für Umwelt-Altlasten auf sämtlichen Steyr-Betriebsliegenschaften. News zitiert einen kanadischen Magna-Manager, wonach diese beiden Beträge schlagend werden.

Weitere 168,4 Millionen Schilling hat die CA laut News seit Abschluß des Steyr-Kaufvertrages bereits durch Kursrückgänge der Magna-Aktie an den Börsen von Toronto und Montreal verloren.

Laut Kaufvertrag erhält die Bank nur 1,1 Milliarden Schilling in bar, die Differenz auf den veröffentlichten Kaufpreis von 3,54 Milliarden Schilling begleicht Magna mit 2,98 Millionen Stück eigener Aktien. Die Aktien werden laut Steyr-Kaufvertrag zu einem Durchschnittspreis von 91,09 kanadische Dollar übertragen, derzeit notieren die Papiere an der Börse aber bei nur 84,8 Dollar. Womit das der CA zu übertragende Aktienpaket nicht mehr 2,4 sondern nur knapp 2,2 Milliarden Schilling wert ist.

Allein Kurswertdifferenz (168,4 Millionen), Verlustausgleich bei der Steyr-Antriebstechnik (250 Millionen) und Umwelt-Altlasten (75 Millionen) schmälern den Steyr-Verkaufserlös um 493 Millionen Schilling.

Kritik üben laut News zahlreiche CA-Aufsichtsräte auch an den dem Steyr Deal zugrunde liegenden Zahlenmaterial. Ausgehandelt wurde der Steyr-Kaufpreis mämlich auf Basis jenes Zahlenmaterials, das anläßlich der Ermittlung des Umtauschverhälntisses CA- gegen Bank Austria-Aktien erstellt wurde. Die Bewertung des CA-Anteils am Steyr-Konzern erfolgte dabei durch DPMG Austria auf Basis der Steyr-Bilanzzahlen 1996. In diesem Jahr hatte Steyr gerade einen Cash flow von 800 Millionen erwirtschaftet, im Vorjahr waren es aber bereits 1,1 Milliarden, heuer sollen es laut News sogar 1,4 Milliarden Schilling werden.

Der Verkauf des Steyr-Konzerns stößt nun auf Widerstand im CA-Aufsichtsrat. Bei der nächsten CA-Aufsichtsratssitzung am 10. März soll der Steyr-Verkauf an Magna genehmigt werden. Wie News nun berichtet, wollen mehrere CA-Aufsichtsratsmitglieder dem Verkauf nicht zustimmen. "Der Kaufpreis ist viel zu niedrig" zitiert News ein Aufsichtsratsmitglied, "die der Bank verbleibenden Risken sind dagegen viel zu hoch. Es muß nachverhandelt werden".

CA-Aufsichtsratspräsident Gerhard Randa weist die Kritik am Steyr-Kaufpreis in einem News-Interview zurück. Randa gegenüber News:
"Obergescheite gibt es immer. Der Wert eines Gutes bestimmt sich am Markt, und ich sehe niemanden, der mehr für Steyr gezahlt hätte".

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