Umwelt und Kleinverbraucher Verlierer des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes

Wien (OTS) - Greenpeace kritisiert die morgen bevorstehende Einigung der Koalition über das bevorstehende Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz ELWOG =

Schwere Vorwürfe erhebt Greenpeace gegen die morgen
bevorstehende Einigung der Koalitionsparteien über ein neues Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ELWOG). "Das neue Gesetz geht auf Kosten der Umwelt und der privaten Haushalte. Auch dem Ausverkauf an ausländische Atomstromkonzerne wird kein Riegel vorgeschoben", kritisierte Greenpeace Energie-Sprecher Erwin Mayer. Das ELWOG sieht keinerlei brauchbare Unterstützung für neue Erneuerbare Energieformen vor. 10 Wochen nach der Weltklimakonferenz in Kyoto, wo erstmals völkerrechtliche Reduktionsziele für die wichtigsten Treibhausgase beschlossen wurden, wird im Strombereich erneut eine Chance ausgelassen, fossile Energie durch Wind, Sonne, Biomasse/gas-Cogeneration und Kleinwasserkraft zu ersetzten. Greenpeace fordert eine klare Zielbestimmung von 3 % sauberen Strom bis 2003, eine an der Tarifförderung orientierte Unterstützung für Erneuerbare Energien und eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips: wer mehr Strom verbraucht, somit indirekt mehr CO2 emittiert, sollte verhältnismäßig mehr zur Unterstützung für Alternativenergien beitragen. Dazu sind aus dem Budget finanzierte Fondmodelle ungeeignet. Greenpeace-Sprecher Mag. Erwin Mayer fordert die Koalitionsparteien auf, in letzter Sekunde einzulenken: "Faire Einspeisetarife für die Produzenten von sauberem Strom und Aufteilung der Monopolgewinne der E-Wirtschaft auch auf die Privathaushalte bestimmen Erfolg oder Mißerfolg des ELWOG".

Die Regelung des ELWOG nur Großkunden und Großverteilern die Marktöffnung zu gewähren, benachteiligt die Kleinverbraucher, die Haushalte. In den nächsten 10 Jahren sollen stufenweise Großindustrien und die energieintensivsten Branchen von einer Strompreissenkung von bis zu 30 % profitieren. Damit verlieren speziell die Stromverschwender jeden Anreiz zur Energieeinsparung. Die Zeche dafür hätten die Kleinverbraucher zu zahlen. Kleine private und nach dem Single Buyer-Modell 'gefangene Kunden' beteiligen sich bereits jetzt zahlreich an Windkraftprojekten und investieren privates Geld in die Gewinnung von Strom aus der Sonne. Diese werden mit Inkrafttreten des ELWOG über mindestens 10 Jahre den billigen Strom für die Großindustrie bedeutend subventionieren, indem sie keine bzw. keine Preissenkungen im gleichen Ausmaß bekommen. Die Industrie hat es bis jetzt verabsäumt, sich an Projekten für sauberen Strom zu beteiligen.

Rückfragen & Kontakt:

Greenpeace Österreich
Mag. Erwin Mayer
Tel.: 713 00 31/48

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS