AK: Woher sind Gurkerl made in Austria?

Immer mehr Konsumenten wollen wissen, woher die Rohstoffe sind

Wien (OTS) - Ein Produkt sollte kein "Made in Austria"-Zeichen tragen, wenn die Rohstoffe des Lebensmittels nicht aus Österreich kommen, verlangt die AK. Derzeit darf ein Produkt dieses Zeichen tragen, wenn mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung bei der Herstellung, Verarbeitung oder Verpackung im Inland erzielt
werden. Daß bei einem "Made in Austria"-Produkt auch österreichische Rohstoffe verarbeitet werden, wird bisher nicht verlangt. Das soll sich ändern, verlangt die AK: Denn die
Erfahrung der Konsumentenschützer zeigt, daß die meisten Kunden glauben, ein "Made in Austria"-Produkt sei aus inländischen Rohstoffen. ****

Konsumenten wünschen sich, daß die Herkunft von Produkten und die bei der Herstellung verwendeten Rohstoffe aus Österreich sind.
Auch eine jüngste Umfrage des GfK-Marktforschungsinstitutes bestätigte diese Ergebnisse. Daher müssen die Güte- und Herkunftszeichen auf einem Produkt auch den Erwartungshaltungen
der Konsumenten gerecht werden, meint die AK. Beim "Made in Austria"-Zeichen ist das nicht gewährleistet. Denn Grundlage
dieses Zeichens ist eine 50prozentige Wertschöpfung in Österreich, die nur bei der Herstellung, Verarbeitung oder Verpackung des so beworbenen Produktes erzielt wird. Für sonstige industrielle Produkte ist das "Made in Austria"-Zeichen durchaus sinnvoll,
hilft es doch dem Konsumenten, die Beteiligung österreichischer Betriebe an der Wertschöpfung bei Produkten zu identifizieren. Da jedoch die Verarbeitung österreichischer Rohstoffe für die Vergabe dieses Zeichens nicht gefordert wird, kann insbesonders im Lebensmittelbereich die Verwendung dieses Zeichens irreführend sein. Denn Konsumenten sehen nicht ein, daß eine aufwendige Verpackung von landwirtschaftlichen Produkten, wie zB bei
Gurkerln, aus einem Produkt mit einem ausländischen Rohstoff eine "Made in Austria"-Ware macht. Dies gilt auch für Wurst oder Speck ebenso wie für Milchprodukte.

Zeichen setzen
Die AK hat eine Stichproben-Erhebung bei rund 2.600 Produkten im Lebensmittelhandel durchgeführt. 866 Waren hatten Herkunftsangaben und -zeichen. Auf 46 Prozent der untersuchten Proukte klebte "Made in Austria". Ein Vergleich zu einer AK Erhebung im Jahr 1996
zeigt, daß die Verwendung des "Made in Austria"-Zeichens langsam abnimmt: 60 Prozent bei 160 Lebensmitteln mit Gütezeichen aus
einer Stichprobe von etwa 1.000 Produkten.

Es gibt Güte- und Herkunftszeichen, die auch die österreichische Herkunft an verwendeten Rohstoffen berücksichtigen und somit die Konsumentenerwartungen besser abdecken. Ist an einem Produkt "AgrarMarkt Austria" oder das "Biozeichen" angebracht, enthält dieses Produkt Anteile an österreichischen Rohstoffen. Die AK
setzt sich dafür ein, daß das "Made in Austria"-Zeichen bei Lebensmittel nicht verwendet wird, bei denen die österreichische Herkunft des Rohstoffes für die Konsumenten ein wichtiges Kaufkriterium ist.

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