AK: Farnleitner zementiert österreichische Handelslandschaft ein

AK für Regulierungen bei der Nahversorgung, gegen Bedarfsprüfung für alle Handelsunternehmen

Wien (OTS) - Die am Dienstag in einer Pressekonferenz
präsentierte Einkaufszentren-Verordnung führt nach Ansicht der AK dazu, daß in Österreich in Zukunft kaum mehr neue Handelsprojekte gebaut werden. Die eigentliche Zielsetzung Farnleitners - nämlich der Schutz der Nahversorgung - wird durch diese Verordnung nicht erreicht. Im Gegenteil: Dadurch werden nicht die kleinen Handelsunternehmen sondern die Großen geschützt. Bestehende Handelsunternehmer müssen keine größere Konkurrenz mehr fürchten.****

Existierende Unternehmen können nun in Ruhe ihre Marktposition festigen, ausbauen und den österreichischen Markt unter sich aufteilen. Angenehmer Nebeneffekt für Marktleader: Der Wert ihrer Unternehmen wird sich entsprechend steigern. Das Sterben der Kleinst- und Kleinhandelsbetriebe, die Farnleitner eigentlich schützen wollte, wird dadurch sicher nicht aufgehalten werden. Im Konkurrenzkampf der Großen um neue Kunden dürften die kleineren Betriebe wohl den kürzeren Atem haben.

Ausgleich für Wettbewerbsnachteile
Die Bundesarbeitskammer (BAK) hat sich im Zuge der Verhandlungen
zur Verordnung immer für die Sicherung einer funktionierenden Nahversorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs ausgesprochen. Hier ist es auch sinnvoll und zielführend,
strengere Regulierungen durchzuführen. Zur Gewährleistung eines attraktiven Branchenmixes im Stadt- und Ortskerngebiet ist es notwendig, bestimmte Handelsbereiche (zB Textilien, Schuhe) einer Genehmigung zu unterwerfen. Zusätzlich trat die BAK immer für eine Ausnahmeregelung für Stadt- und Ortskerne ein, damit Unternehmen
in diesen Gebieten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz auf der "grünen Wiese" haben.

Realitätsferne Standortpolitik
Die Regulierung anderer typischerweise großflächiger Vertriebsformen (zB Möbelhandel, Baustoffhandel) lehnt die BAK hingegen ab. Dies würde zu einer Abschottung und in weiterer Folge zu einer möglichen Aufteilung der Märkte durch Absprachen der großen Anbieter führen.
Farnleitner verzichtet auf jegliche Differenzierung zwischen Waren des täglichen Bedarfs und sonstigen Waren und schert somit ungeachtet aller Marktmechanismen alle Branchen über einen Kamm. Die Verordnung entspricht weder dem Ergebnis des Expertenhearings noch dem letzten Verhandlungsstand zwischen den Sozialpartnern. Nicht nachvollziehbar ist, warum Farnleitner einzig und allein für den Kfz-Bereich eine Ausnahmeregelung vorsieht. Wie realitätsfern seine Verordnung ist, beweist die Definition des Einzugsgebietes, das er einheitlich mit 10 Minuten angibt. Dies trifft zwar auf den Lebensmitteleinkauf zu, bei fast allen anderen Waren sind Konsumenten jedoch bereit, einen viel weiteren Einkaufsweg auf
sich zu nehmen. Bestimmend für den Einkauf ist hier zumeist der Preis.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Thomas Angerer
Tel.: (01)501 65-2578AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW