"Alpen sind kein Versuchslabor" CIPRA fordert "Gentechnikfreie Zone Alpen"

Wien (OTS) - Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA
fordert mit Nachdruck die Errichtung und Bewahrung einer "Gentechnikfreien Zone Alpen". In einer Resolution verlangt CIPRA International von der Europäischen Union und den Regierungen der Alpenstaaten, alles zu unternehmen, um die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen im Alpenraum zu unterbinden.

Die geplanten Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen im Alpenraum stehen in massiven Widerspruch zu den Verpflichtungen der Alpenkonvention. Ein Einstieg in die Risikotechnologie Gentechnik bringt die alpine Landwirtschaft, die auf hohe Qualitäts- und Umweltstandarts baut, massiv unter Druck. Speziell die Berglandwirtschaft ist durch Multifunktionalität geprägt und ihre ökologischen und landeskulturellen Beiträge sind in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht zu unterschätzen. Gentechnik führt zu einer Vereinheitlichung der angebauten Sorten. Dadurch kämen die vielfältigen Strukturen in Gefahr, und wertvolles und erhaltenswertes Saatgut ginge unwiederbringlich verloren. Die CIPRA weist darauf hin, daß es bei Gentechnik nicht um die Erzeugung besserer Lebensmittel geht, sondern rein um Ertragssteigerungen in Zeiten der Überproduktion, um Absatzsicherung für Herbizide, Pestizide und Fungizide, um den Profit weniger Konzerne auf Kosten der Bevölkerung, der umweltgerecht produzierenden Landwirtschaft und der Natur.

Die derzeit in Österreich laufende Entwicklung steuert auf das entgegengesetzte Ziel zu: Der im Jänner im Sonderauschuß eingebrachte Entschließungsantrag der Regierungsparteien zum Gentechnikgesetz will nur einzelnen Gebieten besonderen Schutz einräumen. "Sollte womöglich nur Nationalparken dieser Schutz zugesichert werden, würde die Arbeit des Ausschusses ad absurdum geführt. Dadurch würde versucht, Selbstverständlichkeiten als Fortschritt zu verkaufen!", so Jasmine Bachmann, Geschäftsführerin von CIPRA Österreich.

Mit der Alpenkonvention (Unterzeichnung am 7. November 1991) wurde dem gesamten Alpenbogen von den Vertragspartnern, unter ihnen auch Österreich, wegen seines spezifischen Natur- und Kulturraumes ein Sonderstatus eingeräumt. Der eingegangenen Verpflichtung gilt es nun Folge zu leisten - im Sinne der Alpen und deren BewohnerInnen!

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