Nationaler Aktionsplan zur Stimulierung des Arbeitsmarktes

Realitäts- (wirtschafts-)bezogene Ausbildung

Wien (OTS) - Bewußtseinsänderung der seit mehr als 100 Jahren existierenden Gewerkschaftseinstellung, daß "Arbeit schändet" und dementsprechend das damit verbundene Arbeitsleid mit möglichst hohem Entgelt kompensiert werden muß; Arbeit hat auch noch u. a. den Selbstverwirklichungsinhalt.

Stärkung der Selbstverantwortung für die eigene Berufs-(Lebens-)Gestaltung an den Schulen vornehmen.

Verstärkte Schaffung von Lehrberufen im Hochtechnologiebereich.

Screening der Hochschulausrichtung auf ihren Wirtschaftsbezug hin. Studienrichtungen, die diesen nicht haben und noch dazu keine internationale Reputation aufweisen - wie etwa Philosophie an Österreichs Universitäten - müssen in Zeiten knapper Resourcen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Weltfremde - aber zukunftsträchtige Studienrichtungen - wie etwa Sinologie - müssen wirtschaftsnahe ausgerichtet werden.

Ausbildung zum Unternehmer an den Universitäten.

Das bisherige Dogma, daß höhere Bildung verbesserte Arbeitsmarktchancen zwangsweise zufolge hat, ist falsch. Zu viele Akademiker werden in einer stärker automatisierten Arbeitswelt überflüssig. (Verweis: Inserat in "Die Zeit" vom 5.5.1998 von Domicil-Möbel: Suchen Geisteswissenschafter zur Kundenberatung in unseren Möbelhäusern)

Bewußtseinsbildung, daß auch Österreicher künftig ihre Arbeitskraft ins Ausland exportieren müssen.

Verbesserung der Vermittelbarkeit

Vergrößerung der Kluft zwischen Aktivbezug und Arbeitslosenentgelt. Damit würde auch der Bereich der Schattenwirtschaft getroffen.

Anreizmodelle für Konsumenten, um der Schattenwirtschaft auszuweichen: z. B. "Luxemburger Modell".

Arbeitsinspektroen sollten eher die Schattenwirtschaft bekämpfen, als redliche Unternehmer.

Absage an Lohnkostensubventionsmodelle; es ist nicht einzusehen, Gehälter via Biennalsprünge in die Höhe zu treiben, um sie danach staatlich zu subventionieren.

Vollkommene Privatisierung der Arbeitsvermittlung, nachdem das AMS versagt hat. Die neuen Arbeitsvermittler müssen einen bestimmten Anteil schwer Vermittelbarer übernehmen (ähnlich dem Armenanwalt).

Jede Art von Subventionierung zur Beibehaltung der bestehenden Strukturverkrustung am österreichischen Arbeitsmarkt ist striktest abzulehnen. Förderungen dürfen nur dort eingesetzt werden, wenn ein nachhaltig strukturverändernder Prozeß zu erwarten ist.

Entwicklung eines unternehmer- und technologiefreundlichen Klimas.

Abschaffung überzogener Regulierungsvorschriften - etwa im Arbeitszeitrecht - die sehr weitgehende Beschränkungen der grundrechtlich gewährleisteten Erwerbsfreiheit darstellen. Änderungen bei dieser Rechtsmaterie würden die Arbeitsmarktsituation entschieden verbessern.

Einfacher Zugang zum Unternehmertum. Wer Unternehmer sucht, wird Arbeitsplätze finden.

Forcierte - echte - Privatisierung des öffentlich-rechtlichen Bereich, auch unter Eingriff in bestehende Dienstverhältnisse. Selbst das Grundbuch kann von Freiberuflern geführt werden.

Verstärkte Bewußtseinsbildung, daß ohne technologisches Upgrading des Wirtschaftsstandortes Österreich weitere Arbeitsplätze verlorengehen bzw. jedenfalls keine neuen geschaffen werden können.

Zuführung von Risikokapital für Forschungsaktivitäten insbesondere von Jungunternehmern.

Abkehr vom "Mac-Jobs"-Verteufeln: gerade schlechter bezahlte Arbeitsplätze schaffen anspruchsvolle Management Positionen.

Lt. Bertelsmann-Studie korreliert die Arbeitsmarktsituation zum überwiegenden Teil mit der Harmonie der Sozialpartnerschaft. Die Einsicht, daß es in Frankreich schon mehr Arbeitslose, als Gewerkschaftsmitglieder gibt, sollte bei den Arbeitnehmervertretern zur Einsicht führen, mit der Arbeitgeberseite wieder konstruktive Gespräche zu führen.

Wenn offensichtlich der Faktor Kapital verglichen zu Arbeit zunehmend an Bedeutung gewinnt, sollen die Mitarbeiter Möglichkeiten haben, sich an Unternehmen stärker zu beteiligen. (Lohnzuwächse in stimmrechtslose Unternehmensanteile ganz oder teilweise umwandeln).

Verstärkte Schaffung von Teilzeitbeschäftigung.

Steueranreize bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Deregulierung der Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes.

Abschaffung von Biennalsprüngen in Kollektivverträgen.

Abschaffung flächendeckender Kollektivverträge, Verlagerung der Gehaltsfindung in das Unternehmen.

Abschaffung des "Sperrklinkenprinzips" (d. h. daß Löhne und Gehälter nicht nur nach oben gehen)

Abschaffung geschützter Teil-Arbeitsmärkte, deren Zugänglichkeit nur Protektionskindern offen steht (ORF etc.) oder unzeitgemäßer Schutzbestimmungen, wie die Pragmatisierung im öffentlich-rechtlichen Bereich (auch er ist dem Arbeitsmarkt zuzurechnen!)

Abschaffung des überzogenen Kündigungschutzes.

Umwandlung von Abfertigungen in Pensionsanwartschaften und damit verbundene Senkung der Lohnnebenkosten.

Drastische Senkung der Lohnnebenkosten.

Tarifsplitting, um langfristig Österreichs Entgelte auf ein europakonformes - die Wirtschaft nicht überforderndes - Entgeltniveau von nicht tariflichen und tariflichen Mitarbeitern einzupendeln.

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Österr. Gewerbeverein
Ing.Mag.Dr. Herwig Kainz
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