Tausende junge Wiener an NÖ Schulen

Allein an der HTL Mödling 22 Prozent

St.Pölten (NLK) - Kein Verständnis findet beim Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Niederösterreich, Adolf Stricker, die Aussage seines Wiener Amtskollegen Dr. Kurt Scholz, "das Boot in Wien sei voll" und Niederösterreich trage die Schuld daran. Der veröffentlichten Zahl von fast 10.000 jungen Niederösterreichern an Wiener Schulen könne er eine höhere Zahl von Wienern gegenüberstellen, die vor allem die Pflichtschulen und berufsbildenden Schulen in Niederösterreich besuchen. Durch den starken Zugang von rund 2.000 Volksschulanfängern pro Jahr aus Zweitwohnsitzfamilien nach Niederösterreich erspare sich Wien hohe Schulerhaltungskosten. In vielen Bundesschulen im Wiener Umland liege der Prozentsatz von Wiener Schülern zwischen 20 und 25 Prozent. An der größten technischen Mittelschule Europas, der HTL Mödling, kommen von rund 3.100 Schülern 680 oder 22 Prozent aus der Bundeshauptstadt. Die Errichtung von Bundesschulen sei nicht Angelegenheit des Landes Niederösterreich, Scholz wisse selbst
sehr genau, daß dafür in der derzeitigen Situation kaum Bundesmittel zur Verfügung stehen werden. Stricker: "Hier kann man also keine Versäumnisse Niederösterreichs orten."

Auch SP-Landtagsklubobmann Dr. Hannes Bauer nahm zur Aussage
des Wiener Schulratspräsidenten Stellung und stellte fest, Landesgrenzen und daraus resultierende Probleme dürften
keinesfalls auf dem Rücken der Jugend ausgetragen werden. Historisch gewachsene Strukturen könnten nicht über Nacht geändert werden, es werde aber in Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben der Landespolitik gehören, in Verhandlungen mit dem Unterrichtsministerium Verbesserungen der Bildungsinfrastruktur zu erreichen.

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