Schwerwiegende Argumente gegen den Semmering-Basistunnel

Pröll: Nahverkehr hat Vorrang

St.Pölten (NLK) - Nach dem ablehnenden Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen zum Semmering-Basistunnel erneuerte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung "Forum NÖ" seine Vorbehalte gegenüber dem Projekt. "Der Semmeringtunnel ist ein massiver Eingriff in den Wasserhaushalt, in die Fauna, Flora und die gesamte Landschaft. Darüber hinaus gibt es auch noch andere schwerwiegende Argumente:
Der Tunnel ist auf der einen Seite zu teuer, und kein Mensch weiß heute, wie er überhaupt finanziert werden soll. Und er ist verkehrspoli-tisch nicht notwendig.

Pröll weiter: "Viel wichtiger als eine lächerliche Viertelstunde Zeitgewinn zwischen Wien und Klagenfurt ist es, 200.000 Pendlern im Süden Wiens das Leben zu erleich-tern." Das Land greife dafür auch tief in die Tasche: "Noch heuer werden 60 neue Doppelstockwaggons auf der Südbahn angeschafft. In zwei
Jahren werden wir auf der Badener Bahn in einem 7,5 Minuten-Takt verkehren können, und natürlich bauen wir unsere Park-and-ride-Anlagen aus. Von größter Wichtigkeit, so der Landeshaupt-mann, sei auch der Ausbau des Nahverkehrs im Zentralraum Niederösterreichs, also im Bereich von Krems, St.Pölten, Lilienfeld."

Die Zahlen sprechen laut Pröll eine deutliche Sprache: Derzeit verkehren über den Semmering täglich 160 Züge, die Kapazität reicht aber für 210 bis 230 Züge. Pröll: "Und auch das Argument, durch den Tunnel könnte der Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden, stimmt einfach nicht. Alle Untersuchungen
zeigen, daß 90 Prozent des Straßengüterverkehrs Regionaltransporte sind. Und diese Transporte lassen sich nun einmal nicht auf die Schiene verlagern."

Die Alternativen zum Tunnel-Projekt zeige das Landesverkehrskonzept auf. Mit nur einem Zehntel der Kosten des Semmeringtunnels könne die vorhandene Ghega-Strecke so weit ausgebaut werden, daß sie bis zum Jahr 2030 auch einem verstärkten Verkehrsaufkommen gewachsen wäre. Und in dieser Zeit könne die verkehrspolitisch weit sinnvollere Süd-Ost-Spange von Wien über den Flughafen nach Eisenstadt, Graz und Klagenfurt gebaut werden. Das sei übrigens auch die Meinung der Landeshaupt-männer von Wien und des Burgenlandes.

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