Chemieindustrie: Naturwissenschaftliche Ausbildung aufwerten!

Qualifizierte Arbeitskräfte werden für Technologisierungschub benötigt

Wien (PWK) - Fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung müsse Österreichs Industriemitarbeitern die nötige Unterstützung bieten, um die technologischen Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen, erklärten Wirtschaftsvertreter anläßlich eines Medien-Round-Tables, zu dem der Fachverband der chemischen Industrie geladen hatte. Unter dem Motto "Lernen fürs Leben" diskutierten Fachleute aus Wirtschaft und Schulwesen über die Bedeutung naturwissenschaftlich ausgebildeter Arbeitskräfte für die heimische Industrie. ****

Die vielzitierte Technologieoffensive müsse bereits im Bildungssektor gestartet werden, waren sich die Experten einig. Um in der Welt des dritten Jahrtausends wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt Österreichs Wirtschaft vor allem qualifizierte Facharbeitskräfte. Diese sollten nicht nur über eine fundierte technische Ausbildung verfügen, sondern auch Motivation und Leistungsbereitschaft mitbringen.

Eine weitere Schlüsselqualifikation ortete Round-Table-Referent Johannes Steinringer, Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft, in der Fähigkeit, Probleme zu erkennen und deren Lösung herbeizuführen: "Die ausführliche Befassung mit Naturwissenschaften leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Problemlösungskapazität. Gerade naturwissenschaftliche Fächer sind ein Beispiel dafür, Basisverständnis mit aktuellem Wissen zu vereinen".

Bei der Vermittlung dieser Fähigkeiten sind nach Ansicht der Wirtschaft besonders die Lehrkräfte gefordert, die für eine optimale Ausbildung der künftigen Arbeitskräfte verantwortlich sind. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, müßten allerdings auch die Rahmenbedingungen entsprechend verbessert werden. Für den naturwissenschaftlichen Unterricht bedeutet dies vor allem: keine weiteren Stundenkürzungen und eine Aufwertung seines gesellschaftlichen Stellenwertes.

Parallel dazu gelte es, nach dem Motto "Train the trainer", einen verstärkten Schwerpunkt auf die Lehrer-Weiterbildung zu legen. Um in Ergänzung zum theoretischen Wissen auch Praxiserfahrungen zu ermöglichen, bieten einige Unternehmen der chemischen Industrie Praktikumsplätze für Lehrer an, die derzeit jedoch kaum genützt würden.

Begrüßt werden die Forderungen der Wirtschaft vom Präsidenten des Verbandes der Chemielehrer Österreichs, Professor Johann Wiesinger:
"Unser Kunde ist die Gesellschaft. Es ist also unsere Aufgabe, die Schulabgänger so vorzubereiten, daß sie für die Erwartungen und Anforderungen des Wirtschftslebens entsprechend gerüstet und ausgebildet sind. Dazu zählen nicht nur die sprachlichen, sondern auch entsprechende fachliche Kompetenzen".

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Fachverband der chemischen Industrie

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