AK: Ein Drittel der Frischfische verdorben

Händler haben Ratschläge der AK beherzigt - bessere Ergebnisse als 1997

Wien (OTS) - Ein Kauftest der AK Konsumentenschützer zeigt:
Jeder dritte in Wien untersuchte Frischfisch war verdorben. Kein besseres Ergebnis liefern die verpackten Räucherfische: 28 Prozent der untersuchten Räucherlachse und Makrelen waren bereits beim Einkauf verdorben, und rund zwei Drittel der untersuchten Räucherfische war am Tag des Ablaufdatums schlecht. Schuld an dieser schlechten Situation sind das Alter der Rohware sowie die nicht eingehaltene Kühlkette während des Transportes, der Lagerung und der Verarbeitung. Auch im Geschäft ist die Kühltemperatur meist unzureichend. Obwohl die Ergebnisse etwas besser als im Vorjahr sind, verlangt die AK, daß die Lieferanten und Verkäufer sorgfältiger mit der Fischware umgehen. ****

Fischers Fritz fischt frische Fische: Zu diesem Zeitpunkt ist die Qualität noch in Ordnung. Bis die Fische aber beim Kunden
stranden, kann sich einiges verändern: Eine Erhebung der AK Konsumentenschützer in Wien zeigt, daß von 52 offen eingekauften Seelachs-, Kabeljau- und Schollenfilets 18 im lebensmittelrechtlichen Sinn beanstandet wurden. Insgesamt wurden
67 Frischfische in 31 Wiener Geschäften eingekauft, davon 52 offen angebotene und 15 verpackte Frischfische. Die Einkäufe erfolgten Mitte Dezember und Ende Jänner. Die Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Gemeinde Wien im Auftrag der
AK hat den Säuregrad, den basischen Stickstoff der Frischfische ermittelt und eine mikrobielle Untersuchung durchgeführt.

Alle mögen's kalt
Rund ein Drittel, also 18, der 52 offen eingekauften Seelachs-, Kabeljau- und Schollenfilets war verdorben, zwei Proben waren
sogar gesundheitsschädlich. Bei den verpackten Schollen-, Kabeljaufilets, Heilbutt und Karpfen war das Ergebnis ähnlich:
Fünf der 15 eingekauften Frischfische wurden beanstandet. Die Gründe liegen für die AK Konsumentenschützer in der Ausgangsqualität und dem Alter der Rohware. "Ausschlaggebend ist hauptsächlich, daß die Kühlkette während des Transportes, der Lagerung und der Verarbeitung nicht eingehalten wird," meint AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Auch an der Endabgabestelle werden die Produkte oft nicht kühl genug gelagert. Ideal für Frischfische ist jedenfalls die Temperatur des schmelzenden Eises, maximal aber plus zwei Grad Celsius.

Auch die geräucherten Fischprodukte, wie Räucherlachs und Makrelen lieferten keine besseren Ergebnisse: Insgesamt wurden 40 Produkte
im Jänner in 14 Wiener Geschäften eingekauft. 14 wurden sofort untersucht - diese Produkte hatten noch eine Haltbarkeit von zwei bis 20 Tagen -, 26 wurden bis zum Haltbarkeitsdatum gelagert. Von diesen 14 geräucherten Lachsen und Makrelen waren vier bereits zum Zeitpunkt des Einkaufes verdorben. Von den gelagerten 26 Produkten und am Ablauftag untersuchten waren 17 verdorben.

Bessere Qualitätskontrolle durch Händler und Lieferanten
Im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres hat sich die
Situation etwas verbessert. "Die eindringlichen Appelle der AK
haben Wirkung gezeigt," so Glatz. So wurde vor kurzem die Fischhygieneverordnung verabschiedet, mit der die Hygienevorschriften der EU umgesetzt werden müssen. Erfreulich ist ferner, daß eine weitere langjährige Forderung der AK erfüllt werden konnte: Eine allgemeine Hygieneverordnung schreibt die maximale Lagertemperatur von null bis plus zwei Grad Celsius für die Lagerung, Beförderung und den Verkauf verbindlich vor. Sie tritt am 1.3.1999 in Kraft. Trotzdem fordert Glatz die Lieferanten und Verkäufer auf, die Produkte verstärkt auf ihre Qualität zu kontrollieren.

Fisch soll frisch aussehen
Tip der AK Konsumentenschützer: Achten Sie auf die Temperaturanzeige in der Kühlvitrine, die Temperatur darf keinesfalls über plus zwei Grad Celsius liegen. Beim Kauf sollte der Fisch frisch aussehen. Der Fischgeruch muß angenehm sein, wenn der Fisch bereits säuerlich schmeckt, ist er verdorben. Es gilt auch die Faustregel: Je glänzender die Augen und je fester das Fleisch, desto frischer ist der Fisch.

Verpackte Räucherlachse und Makrelen sollten nicht bis zum Tag des Ablaufdatums gelagert werden, sondern ehebaldigst verbraucht
werden. Verdorbene Produkte können einen tranigen Geschmack haben.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW